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Regierungsspitze sieht Probleme
bei Abriss von Hitler-Geburtshaus

Kern verweist auf Denkmalschutz

Die Regierungsspitze unterstützt die Idee von Innenminister Wolfgang Sobotka, das Hitler-Geburtshaus abzureißen, offenbar nicht. Bundeskanzler Christian Kern sprach nach dem Ministerrat von praktischen Problemen, die sich durch den Denkmalschutz ergäben.

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner stellte überhaupt gleich fest, dass das Gebäude aus diesem Grund nicht abgerissen werden könne. Ihm schwebt nach der heute vom Ministerrat beschlossenen Enteignung der derzeitigen Besitzerin ein Projekt mit "pädagogischem Wert" vor, etwa ein Museum.

Denkmalpflege-Beirat gegen Abriss

Der internationale Denkmalpflege-Beirat Icomos, der das Unesco-Welterbe-Komitee berät, hat sich am Dienstag gegen einen Abriss des Hitler-Geburtshauses in Braunau ausgesprochen. Die Republik Österreich solle alle Anstrengungen unternehmen, um das Objekt als authentischen Erinnerungsort der Aufklärung und Entmystifizierung nationalsozialistischer Ideologie bewahren, teilte Icomos Österreich mit.

Icomos-Präsident Wilfried Lipp verwies auch auf den Bescheid, mit das Haus 1993 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Demnach sei die Liegenschaft Salzburger Vorstadt Nr. 15 in Braunau ein bedeutendes Biedermeierhaus im Kontext der Braunauer Altstadt. "Die in § 2 des Gesetzesentwurfs denkmögliche Variante einer Liquidation des Gebäudes und damit der Tilgung des materiellen Trägers von Gedächtnis und Geschichte stellt eine fatale Fehlleistung dar", so Lipp.

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