Historischer Staatsbesuch: Queen reist erstmals seit Unabhängigkeit nach Irland

Königin Elizabeth mit militärischen Ehren empfangen Kurz vor Eintreffen entdeckte Polizei Bombe in Bus

Historischer Staatsbesuch: Queen reist erstmals seit Unabhängigkeit nach Irland

Die britische Königin Elizabeth II. ist am Dienstag zu ihrem ersten, als "historisch" gewerteten Besuch in der Republik Irland eingetroffen. Die Visite ist die erste eines britischen Staatsoberhauptes seit der Unabhängigkeit Irlands, dessen Volksaufstand gegen die Fremdherrschaft 1916 von London blutig niedergeschlagen worden war.

Überschattet wurde der Besuch vom Fund eines Sprengsatzes in der Nähe von Dublin. Die Armee hatte die selbst gebaute Bombe, die in einem Bus lag, in der Früh kontrolliert gesprengt. Etwa 10.000 Einsatzkräfte sollen während des Besuchs der Monarchin für Sicherheit sorgen. Es handelt sich um den größten Sicherheitseinsatz in der Geschichte des Landes.

Die 85-jährige Monarchin wurde am Flughafen in Dublin mit militärischen Ehren empfangen. Sie wird von Prinzgemahl Philip, Herzog von Edinburgh, begleitet. Beim Empfang im Amtssitz der irischen Präsidentin Mary McAleese gab es zwischen den beiden Staatsoberhäuptern Händeschütteln "auf Augenhöhe". Premierminister Enda Kenny sah der Queen in die Augen und drückte für die Fotografen extra lang ihre Hand. Der Verzicht auf die Verbeugung zeige den Premier und die Queen als "Gleiche, die sich gegenüberstehen", hieß es im Kommentar des Senders BBC.

Bombe entdeckt
Nur wenige Stunden vor Beginn des Besuchs wurde in einem Bus in der Nähe von Dublin am späten Montagabend eine "funktionsfähige" Bombe entdeckt. Der selbst gebaute Sprengsatz lag im Gepäckfach eines Busses aus der Stadt Maynooth, 25 Kilometer von Dublin entfernt. Die 30 Insassen wurden nicht verletzt. Die Bombe wurde mit einer kontrollierten Sprengung durch die Armee vernichtet, wie das Militär mitteilte. Kurz darauf fand die Polizei ein weiteres verdächtiges Objekt in der Nähe einer Bahnstrecke, doch dieses stellte sich als Attrappe heraus.

In Dublin patrouillierten am Dienstag Hunderte Polizisten. Große Teile der Stadt waren abgesperrt. Die Polizei fürchtet einen Anschlag irischer Terroristen, die gegen die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien kämpfen. Im Vorfeld der Reise der Queen hatte eine irische Untergrundorganisation mit einem Anschlag im Londoner Stadtzentrum gedroht. Die katholische Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte am Wochenende erklärt, die britische Königin sei "auf irischem Boden nicht erwünscht".

(apa/red)