"Historischer Schritt" beim Weltklimagipfel:
Obama und Schwellenländer sind sich einig

Durchbruch im Tauziehen um Weltklimaabkommen Abschlussdokument: Festlegung auf Zwei-Grad-Ziel

"Historischer Schritt" beim Weltklimagipfel:
Obama und Schwellenländer sind sich einig © Bild: Reuters/Downing

Im Tauziehen um ein Weltklimaabkommen hat es offenbar einen Durchbruch gegeben. Wie US-Diplomaten berichteten, hat sich US-Präsident Obama mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen auf einen Kompromiss geeinigt. Auch der indische Ministerpräsident Singh und der südafrikanische Präsident Zuma als weitere Spitzenvertreter der Schwellenländer tragen diese Einigung mit, hieß es.

Obama hatte sich zuvor offenbar auch das Einverständnis der EU-Staaten geholt, mit deren Vertretern er zusammengetroffen war. Dieses "sinnvolles Abkommen" sei zwar nicht genug, um den Klimawandel zu bekämpfen, aber ein "historischer Schritt", wurde ein US-Diplomat von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Es habe "Fortschritte" gegeben, berichtete auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach dem Treffen. Die Entwicklungsländer gaben offenbar im Streitpunkt der Überprüfung ihrer Klimaschutzbemühungen nach und sagten zu, ihre innerstaatlichen Maßnahmen in einer Liste festzuhalten.

In US-Delegationskreisen wurde die Einigung zwischen den USA und den Schwellenländern als "bedeutend" und als "wichtiger erster Schritt" eingestuft. Ein hochrangiger Delegierter kritisierte in Kopenhagen das Verhandlungsergebnis aber zugleich als unzureichend, um den Klimawandel angemessen zu bekämpfen.

Abschlussdokument
Der Durchbruch in den Verhandlungen wurde den US-Angaben zufolge in einem Gespräch von US-Präsident Barack Obama mit Vertretern Chinas und weiterer Schwellenländer erzielt. Der Text enthält US-Angaben zufolge eine Festlegung auf das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Unterhändler aus 30 Staaten einigten sich auf ein Abschlussdokument dazu.

Moskau übte indes scharfe Kritik an den dänischen Gipfel-Organisatoren. Es handle sich um eines der "erfolglosesten Treffen auf höchster Ebene" überhaupt, sagte der unter anderem für Klimafragen zuständige Referent Medwedews, Arkadi Dworkowitsch. Medwedew selbst habe die schlechte Vorbereitung von Dokumenten für die Staats- und Regierungschefs kritisiert.

(apa/red)