Hirvonen nach Sieg in Türkei WM-Leader:
Finne fährt bei Türkei-Rallye allen davon

Teamkollege Jari-Matti Latvala folgt auf Platz Zwei Franzose Sebastian Loeb in WM-Wertung überholt

Hirvonen nach Sieg in Türkei WM-Leader:
Finne fährt bei Türkei-Rallye allen davon © Bild: Reuters/Orsal

Der Finne Mikko Hirvonen hat sich mit einem Sieg bei der Türkei-Rallye wieder an die Spitze der WM-Wertung gesetzt. Der Ford-Pilot fuhr im achten Weltmeisterschaftslauf der Saison zu seinem zweiten Erfolg. Nach 19 Schotterprüfungen wurde sein finnischer Markenkollege Jari-Matti Latvala mit 7,9 Sekunden Rückstand Zweiter. Der vierfache französische Weltmeister Sebastien Loeb musste sich in seinem Citroen C4 mit Rang drei begnügen und rutschte in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz hinter Hirvonen.

Der Österreicher Andreas Aigner gewann im Mitsubishi EVO IX die P-WRC-Wertung, im Gesamtklassement wurde Aigner mit seinem deutschen Co-Piloten Klaus Wicha Elfter. Der Steirer baute mit dem dritten Sieg in Serie die WM-Führung auf die punktegleichen Patrik Sandell (SWE), der Rang zwei belegte, und den Finnen Jari Ketomaa auf 16 Zähler aus. "Drei Siege in Folge sind ein super geiles Gefühl. Für mich steht aber weiter die Meisterschaft ganz klar im Vordergrund", meinte Aigner.

Loeb in Gesamtwerkung überholt
In der Gesamtwertung liegt Hirvonen mit 59 Punkten drei Zähler vor Loeb auf Rang eins. "Das war ein sehr wichtiger Sieg für mich und das Team. Unsere Taktik ist voll aufgegangen", sagte Hirvonen kurz nach seiner Zielankunft im Küstenort Kemer. Er und Landsmann Latvala hatten sich am Freitagabend auf der ersten Etappe bewusst zurückfallen lassen. Damit mussten die beiden Piloten am Samstag nicht als Erste auf die Schotter-Piste und konnten dem frustrierten Loeb die Rolle des "Straßenkehrers" überlassen.

Der derart düpierte 40-fache Rallye-Sieger aus Frankreich verlor viele wertvolle Sekunden und konnte diesen Rückstand bei der Final-Etappe am Sonntag nicht mehr wettmachen. "Ich habe alles gegeben, was möglich war. Ich habe keine Fehler gemacht, aber es hat einfach nicht gereicht. Hirvonen und Ford waren hier zu stark", sagte der 34-Jährige enttäuscht. "Weil wir an zwei Tagen die Pisten säubern mussten, haben wir einfach zu viel Zeit und damit den Sieg verloren", erklärte Loeb, der am Ende 25,7 Sekunden Rückstand hatte.

Hirvonen hole alles aus dem Auto heraus
Rivale Hirvonen trieb trotz des zwischenzeitlich komfortablen Vorsprungs sein Fahrzeug ans Limit. "Ich habe heute bis zum Schluss gekämpft und bin immer 100 Prozent gefahren", sagte der Finne, der wegen eines Reifenschadens am Sonntag noch um seinen Triumph zittern musste. Dank des insgesamt sechsten Erfolgs seiner Karriere kommt er nun nach der Sommerpause erstmals als WM-Spitzenreiter zu seinem Heimspiel am letzten Juli-Wochenende.
(apa/red)