Fakten von

Hirscher holt zum fünften Mal
in Serie den Gesamt-Weltcup

Auch Riesentorlaufkugel hat er nach Kranjska-Gora-Sieg und wird zur Sprtlegende

Marcel Hirscher © Bild: REUTERS/Antonio Bronic

Marcel Hirscher hat am Samstag in Kranjska Gora zum fünften Mal in seiner Karriere den alpinen Ski-Gesamtweltcup gewonnen und damit zu Rekordhalter Marc Girardelli aus Luxemburg aufgeschlossen. Fünf Erfolge in Serie sind zuvor aber noch keinem Rennläufer gelungen, damit hat der 27-jährige Salzburger einen neuen Meilenstein in der alpinen Ski-Weltcup-Historie gesetzt.

Mit seinem Riesentorlauf-Triumph am Samstag sicherte sich Hirscher auch erneut die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Spezial-Weltcup-Wertung in dieser Disziplin. Bei seinem 38. Weltcup-Sieg, dem 18. im Riesentorlauf, verwies der ÖSV-Superstar mit zweimaliger Laufbestzeit den Franzosen Alexis Pinturault (+0,53 Sek.) sowie den Norweger Henrik Kristoffersen (1,59) auf die Ehrenplätze.

Alexis Pinturault, Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen
© REUTERS/Antonio Bronic Alexis Pinturault, Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen

Hirscher ist nicht mehr einzuholen

Zwar sind noch sieben Rennen zu fahren, Hirscher ist aber rechnerisch von seinen Verfolgern nicht mehr einzuholen, weil diese nächste Woche nicht zu den Speedbewerben nach Kvitfjell reisen und auch in der Finalwoche in St. Moritz nicht alle Bewerbe fahren werden.

Hirscher hat deshalb schon mehr als die benötigten 300 Punkte Vorsprung auf den Norweger Henrik Kristoffersen, der am Sonntag noch den Slalom in Kranjska Gora sowie Riesentorlauf und Slalom in St. Moritz bestreiten wird, und mehr als 400 auf den Franzosen Alexis Pinturault, der dasselbe Programm plus den Super-G in der Schweiz noch einplant. Ein Antreten in der Abfahrt in St. Moritz ist indes für ihn kein Thema mehr, am Training will Pinturault im Hinblick auf den Super-G teilnehmen.

Marcel Hirscher
© REUTERS/Antonio Bronic

Große Bewunderung für alpine Skihelden

Alpine Skihelden genießen in Österreich ganz besonders große Bewunderung: Der Tiroler Toni Sailer, der mit seinem Olympia-Gold-Triple 1956 in Cortina d'Ampezzo ein Kapitel alpiner Ski-Geschichte schrieb, und die Salzburgerin Annemarie Moser-Pröll, die mit sechs Gesamtsiegen Weltcup-Rekordhalterin ist, wurden im November 1999 als Österreichs "Jahrhundert-Sportler" ausgezeichnet.

Ski alpin - Weltcup-Rekordsieger
© APA/Hirsch

Bei dieser Wahl verwiesen Sailer und Moser-Pröll andere rot-weiß-rote Sportlegenden mit Respektabstand auf die Ehrenplätze. Bei den Herren wurde der dreifache Formel-1-Champion Niki Lauda, der 1976 bei einem fürchterlichen Feuerunfall auf dem Nürburgring fast ums Leben gekommen wäre und nur ein Jahr später schon wieder Weltmeister wurde, Zweiter. Thomas Muster, der 1995 als erster und bisher einziger Österreicher in Paris ein Tennis-Grand-Slam-Turnier gewonnen und im Jahr 1996 sechs Wochen lang die Weltrangliste angeführt hatte, folgte auf Rang drei.

Votum bei Damen eindeutig

Bei den Damen fiel das Votum noch eindeutiger aus. Österreichs einzige Leichtathletik-Olympiasiegerin Herma Bauma (Speerwurf 1948 in London) und die ehemalige Hochsprung-Weltrekordlerin Ilona Gusenbauer waren absolut chancenlos gegen Moser-Pröll, die in den 1970er Jahren den Skirennsport der Damen beherrscht und ihre Karriere 1980 in Lake Placid mit dem ersehnten Olympia-Gold in der Abfahrt gekrönt hatte. Dieser Triumph im Zeichen der fünf Ringe fehlt als einziger in Hirschers Karriere noch.

Hirscher übertrifft Maier

Mit dem fünften Weltcup-Gesamtsieg übertraf der Annaberger nun auch seinen Salzburger Landsmann Hermann Maier, der die große Kristallkugel vier Mal erobert hatte. Der "Herminator" war aber bereits 1998 in Nagano als Doppel-Olympiasieger (Super-G und Riesentorlauf) nur Tage nach seinem "Jahrhundertsturz" in der Abfahrt, mit dem er es sogar auf das Cover des US-Magazins "Sports Illustrated" geschafft hatte, weltweit zur alpinen Ski-Ikone geworden.

Zu diesen zählt nun auch endgültig Hirscher, für den Rekorde im Laufe seiner Karriere immer wichtiger geworden sind. "Rekorde sind doch das, was von einem bleibt in der Geschichte, wenn man einmal seine Karriere beendet hat", betonte Österreichs Sportler des Jahres. Deshalb wird der extrem ehrgeizige und akribisch arbeitende Hirscher schon in der kommenden Saison versuchen, mit dem sechsten Weltcup-Gesamtsieg den nächsten Meilenstein zu setzen.

Kommentare

Gratulation!!!! Ein Vorbild für die Jugend mit Charakter, der allen Politikern fehlt!!!

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