Hipp von

Dreisteste Werbelüge

Zuckersüßer Kindertee mit Negativ-Preis "Goldener Windbeutel" ausgezeichnet

Hipp - Dreisteste Werbelüge © Bild: apa/Weigel

Es heißt, Lügen hätten kurze Beine. In diesem Fall haben sie einen zuckersüßen Nachgeschmack. Jahr um Jahr wird für die dreisteste Werbelüge der "Goldener Windbeutel" vergeben. Diesjähriger Gewinner des Negativ-Preises ist die Firma Hipp mit ihren vermeintlich gesunden Instanttees für Kleinkinder.

Bei einer Internetabstimmung über fünf umstrittene Produkte entschieden sich 34,1 Prozent der rund 130.000 Teilnehmer für die Tees auf Zuckergranulat-Basis. Die Verbraucherschützer hatten im Mai kritisiert, dass die Instanttees "Früchte", "Waldfrüchte" und "Apfel-Melisse" von Hipp pro 200-Milliliter-Tasse umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker enthalten. Empfohlen für Kleinkinder seien hingegen nur ungesüßte Getränke. Wegen der scharfen Kritik hatte Hipp bereits angekündigt, die Tees voraussichtlich bis Jahresende vom Markt zu nehmen.

"Tee-Empfehlung unverantwortlich"
"Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich", kritisierte Oliver Huizinga von der Verbraucherorganisation Foodwatch, die die Abstimmung durchführte. Es passe "in keiner Weise zu dem Anspruch von Hipp, kindgerechte und gesunde Produkte anzubieten". Es sei richtig, dass Hipp die Zuckergranulat-Tees nun aus dem Sortiment nehme.

Platz 2 bis 5
Auf dem zweiten Platz landete mit 27,5 Prozent das "Viva Vital Hackfleisch" vom Discounter Netto, das den deutschen Verbraucherschützern zufolge mit Wasser gestreckt ist. Platz drei belegte die laut Werbung den Cholesterinspiegel senkende Margarine "Becel pro-activ" von Unilever, gefolgt von "Clausthaler Classic" von Radeberger - das als "alkoholfrei" beworbene Bier enthält laut Foodwatch 0,45 Volumen-Prozent Alkohol. Auf dem fünften Platz wählten die Verbraucher den Tee "Landlust Mirabelle & Birne" von Teekanne, laut Foodwatch ein Standard-Industrie-Früchtetee, der nur teurer verkauft werde.

Foodwach deckt Werbelügen auf
Foodwatch wendet sich mit der Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittel-Herstellern. Dazu stellt die Organisation regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht das halten, was sie versprechen. Fünf dieser Produkte hatte eine Jury nun im Internet zur Abstimmung gestellt, diese lief vom 22. Mai bis zum 18. Juni auf der Seite "abgespeist.de".