Hinweise verdichtet: Stellt das BZÖ doch Westenthaler als Spitzenkandidaten auf?

Langes Treffen mit Parteichef Haider in Kärnten Westenthaler schließt Rückkehr in Politik nicht aus

Die Hinweise verdichten sich, dass der frühere FPÖ-Klubobmann und derzeitige Magna-Manager Peter Westenthaler Spitzenkandidat von Jörg Haiders BZÖ wird. Am Montag hat es ein Gespräch zwischen den beiden in Kärnten gegeben. Dem Vernehmen nach soll Westenthaler als Spitzenkandidat noch in dieser Woche in der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Westenthaler schließt derzeit eine Rückkehr in die Politik nicht aus. "Ich bin zu jung, um zu sagen, ich gehe nie mehr in die Politik", erklärte der frühere FPÖ-Klubobmann gegenüber dem ORF-Radio Kärnten. Ob er als BZÖ-Spitzenkandidat in Frage komme, wollte er demnach nicht direkt beantworten. Allerdings meinte er, er sei momentan "auf keinerlei Mannschaftsaufstellung vorgesehen".

Westenthaler fürchte die "Rache des Archivs", sagte er: "Ich habe in den 15 Jahren Spitzenpolitik gelernt, niemals etwas auch nur annähernd auszuschließen", denn sonst werde ihm vorgehalten: "Sie haben ja gesagt." Er habe aber "nie ausgeschlossen, dass ich einmal wiederkomme".

Innerhalb des BZÖ wird davon ausgegangen, dass Westenthaler ein Regierungsamt - entweder das Verkehrsministerium oder das Sozialministerium - erhält. Als Alternative zu Westenthaler wird in Medien auch der orange Klubobmann Herbert Scheibner genannt. BZÖ-intern wird diese Variante jedoch ausgeschlossen.

Der gebürtige 38-jährige Wiener war langjähriger engster Weggefährte Haiders. Zum Bruch kam es rund um "Knittelfeld" im Jahr 2002. Westenthaler zog sich aus der Politik zurück und wurde zunächst Vorstand der Fußball-Bundesliga und dann Special Project Manager in Frank Stronachs Magna-Konzern. Seit der BZÖ-Gründung vor einem Jahr wird über ein Polit-Comeback Westenthalers spekuliert.

Angeblich wurde die Spitzenkandidatur bei der Nationalratswahl bereits Ende März zwischen Haider, Gorbach und Westenthaler fix vereinbart. (apa/red)