Hintergrund-Info zu Aids: So wirkt sich das tödliche HI-Virus auf den Menschen aus

Harmlose Infektionen werden lebensbedrohlich Übertragung vor allem durch ungeschützten Sex

Das Kürzel Aids steht für das "Acquired Immune Deficiency Syndrome" (erworbene Immunschwäche). Dieser Name steht für eine schwere Störung des menschlichen Immunsystems als Folge einer Ansteckung mit HI-Viren. Dabei kommt es zu einer massiven Verminderung der T-Helferzellen im Blut. Selbst an sich harmlose Infektionen, deren Keime überall verbreitet sind, können dann tödlich enden.

Die ersten Fälle der Immunschwäche wurden 1981 in den USA bekannt. Vermutlich nahm die Aids-Epidemie aber schon Ende der fünfziger Jahre in Afrika ihren Anfang.

Den Erreger HIV tragen nach Angaben des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) weltweit derzeit bis zu 46 Millionen Menschen in sich. In diesem Jahr infizierten sich zwischen 4,2 und 5,8 Millionen Menschen neu mit HIV, 2,5 bis 3,5 Millionen starben an den Folgen.

Die Mehrheit der Infektionen erfolgt nach wie vor über homosexuelle Kontakte zwischen Männern, die sich nicht mit Kondomen schützen. Als besonders gefährlich gilt der Analverkehr. Die Darmschleimhaut ist ausgesprochen empfindlich und daher leicht zu verletzen. Auch beim Oralsex können durch die Mundschleimhaut Viren aus dem Sperma und dem Scheidensekret übertragen werden. Sperma sollte deshalb nie in den Mund des Partners oder der Partnerin geraten.

Bei heterosexuellem Vaginalverkehr kann HIV über das Sperma in die Blutbahn der Partnerin gelangen, und zwar durch kleine, meist nicht spürbare Verletzungen der Scheidenwand. Das Ansteckungsrisiko der Partnerin erhöht sich während der Monatsblutung. Ebenfalls möglich, wenn auch seltener, ist eine Übertragung von der Frau auf den Mann. Infektiöse Scheidenflüssigkeit und Menstruationsblut können durch winzige Hautrisse am Penis zur Ansteckung des Partners führen.

Ebenfalls eine wichtige Infektionsquelle ist verschmutztes Drogenbesteck von Rauschgiftsüchtigen. Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt. Bei Verletzungen oder Ekzemen können allerdings auch hier Erreger eindringen. Beim beruflichen Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz besteht ebenso wenig Ansteckungsgefahr wie bei Besuchen von Schwimmbad oder Sauna oder gemeinsamem Essen. Kein Risiko gibt es auch bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen, da die Desinfektion von Instrumenten das Virus zuverlässig abtötet.

(apa/red)