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Hillary: Die Lady ist fürs Feuer

Millionen Aufkleber fordern "Stop Hillary!" - Warum so viele Hillary Clinton hassen

Peter Pelinka © Bild: NEWS

Jänner 1998 explodierte die Affäre Clinton-Lewinsky: Die 24-jährige Monica, Praktikantin im Weißen Haus, und Präsident Bill waren sich sehr nahe gekommen. Lewinskys scheinbare Freundin Linda Tripp zeichnete intime Gespräche mit Monica heimlich auf und spielte sie der auf Skandalstorys spezialisierten Website des Brutaloboulevardiers Matt Drudge zu. Der "entlarvte" die Liebschaft (nicht die einzige des präsidentschaftlichen Womanizers), Clinton argumentierte zaudernd (zuerst: "I didn't have sexual relations with that woman", später: "unangemessene Beziehung"). Allein: Es gab Samenflecken auf einem Kleid der Praktikantin, die diese auf Anraten Tripps nicht abgewaschen hatte. Zwar gab Bill später Oralsex zu, den eine Mehrheit der Amis nicht unter "sexual relations" subsumiert - aber die reaktionäre Welle gegen den verhassten, zweimal gewählten Liberalen lief voll an. Nach einem Jahr voll Hass und Häme scheiterte ein Amtsenthebungsverfahren erst 1999.

Der private Stress war enorm für die Clintons, vor allem für die "First Lady" Hillary. Sie blieb eisern bei ihrer Linie: Distanz zu Bill ohne Distanzierung, nichts zur Causa. Wenige Andeutungen erst im neuen Buch der Reporterin Kate Andersen Brower: Bill sei mehrere Monate auf das Sofa verwiesen worden, sie habe ihn wohl zuvor emotional vernachlässigt. Bis heute wird wieder mit lebenslang geübter Disziplin das Erfolgspaar gespielt, wie schon während Hillarys erfolgloser Kandidatur gegen Obama 2008 und ihrer Zeit als Außenministerin danach. Als Kandidatin für 2016, diesmal wohl ganz Familienmensch und neuerdings auch Großmutter, braucht sie Bill: Schon gibt es Millionen Aufkleber: "Stop Hillary".

Auch viele Österreicher empörten sich damals über die "Jagd auf Clinton". Journalisten verfassten ein entsprechendes Buch, das ich als Herausgeber des Bandes Bill in Berlin überreichen konnte. Der eben verstorbene Frederic Morton fasste darin die Motive seiner verlogenen Gegner zusammen: "Er hat ein Leben, sie haben keines. Und deswegen hassen sie ihn." Wohl auch Hillary.

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