Hiddinks Elf mit Stolz geschwellter Brust:
Russland will auch Niederlande überrollen

Kapitän Semak: "Einzug ins Semifinale ist möglich" Startformation gegen "Oranjes" bleibt unverändert

Hiddinks Elf mit Stolz geschwellter Brust:
Russland will auch Niederlande überrollen © Bild: Reuters/Demianchuk

"Fußball-Feinschmecker" weltweit fiebern bereits dem dritten Viertelfinale der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz entgegen: Im St. Jakob-Park in Basel kommt es heute zum "Offensiv-Gipfel" zwischen Topfavorit Niederlande und Russland. "Das wird ein tolles Spektakel", lautet die Prognose des russischen Teamkapitäns Sergej Semak. Und sein Trainer Guus Hiddink stellte klar: "Wir fürchten die Niederlande nicht."

Semak ist so wie seine Teamkollegen trotz der krassen Außenseiterrolle überaus zuversichtlich für das Duell mit jener Mannschaft, die genau dieselbe moderne, auf Angriff ausgerichtete Spielkultur pflegt wie die "Sbornaja". "Für mich sind die Niederländer das beste Team dieser EM und daher klarer Favorit", betonte Semak. "Aber wenn wir uns wie in den Spielen zuvor weiter steigern und auch noch unsere Chancenauswertung verbessern können, dann ist auch der Halbfinaleinzug für uns möglich. Außerdem gibt es wohl keinen besseren Kenner des niederländischen Fußballs als unseren Trainer, der dafür gesorgt hat, dass auch wir wie eine niederländische Mannschaft spielen."

Griechenland-Spiel als Initialzündung
Teamchef Hiddink war nach dem letzten Training in Leogang noch immer verblüfft über die unglaublich schnelle Wandlung seiner Spieler, die beim 1:4 im Auftaktmatch gegen Spanien noch "vergessen hatten, wie man Fußball spielt". Doch dann kam der 1:0-Erfolg über Titelverteidiger Griechenland, der laut Semak eine Initialzündung für die jüngste Mannschaft der EURO 2008 war. "Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, da haben wir Selbstvertrauen getankt", erklärte der "Team-Oldie".

Die Folgen dieser Vorwärtsbewegung bekamen die "alten Schweden" schmerzhaft zu spüren. Angeführt vom für die ersten beiden EM-Partien noch gesperrten Zenit-St.-Petersburg-Spielmacher Andrej Arschawin überrollten die diesmal auch in der zuvor so fehleranfälligen Abwehr sicher agierenden Russen mit ihrem permanenten Angriffsfußball den Gegner wie eine Lawine, die allerdings laut Hiddink "noch zu wenig Schaden" anrichtete. Denn mit dem 2:0-Endstand war die älteste Turnier-Mannschaft extrem gut bedient, es hätte eigentlich ein Debakel für die Skandinavier setzen müssen.

"Wenn wir gegen die Niederlande gewinnen wollen, dann müssen wir im Abschluss konsequenter werden", forderte Semak. Vor allem Sturmtank Roman Pawljutschenko war zwar sowohl gegen Griechenland als auch gegen Schweden ein permanenter "Brandherd", doch die finale Feuerkraft des 26-Jährigen ließ extrem zu wünschen übrig. "Aber die ganze Mannschaft muss jetzt noch einen weiteren Schritt machen", appellierte Hiddink an seine Burschen, die allesamt für den großen Schlager einsatzbereit sind. Mit allerdings nicht einmal 72 Stunden Pause bis zum Viertelfinale hatten sie viel weniger Regenerationszeit als die im letzten Gruppenspiel bereits geschonten Oranje-Superstars.

Startelf bleibt wohl unverändert
Große Umstellungen werden nach dem tollen Match gegen die Schweden aufseiten der "Sbornaja" trotzdem nicht erwartet. "Dazu fehlt uns einfach die Qualität im Kader", so Hiddink. "Wir haben leider nicht so ein Luxusproblem wie die Niederländer, die auf allen ihren Positionen einen gleichwertigen Ersatz haben." Lediglich Dmitri Torbinski, der wegen der Gefahr einer Gelbsperre gegen die Skandinavier nicht eingesetzt worden war, könnte anstelle von Dinijar Biljaletdinow im linken Mittelfeld wieder in die Startelf zurückkehren.

"Er ist ein Spieler, der immer mit vollem Einsatz agiert und dabei manchmal etwas zu weit geht. Deswegen kassiert er auch in der russischen Liga oft sehr schnell eine Verwarnung", erläuterte Semak, warum der 24-Jährige nach seiner ansprechenden Leistung gegen die Griechen im letzten Gruppenmatch gefehlt hatte. In Sachen Einsatz sei der nur 1,72 m große und aufgrund seiner Futsal-Vergangenheit auch technisch beschlagene Dauerläufer aber der Idealtypus für jene Spieler, die es braucht, um die angepeilte Sensation Realität werden zu lassen.

Mögliche Aufstellungen Niederlande - Russland:
(Basel, St. Jakob-Park, 20.45 Uhr/live auf news.at, Schiedsrichter Lubos Michel/SVK)

Niederlande: 1 Van der Sar - 21 Boulahrouz, 2 Ooijer, 4 Mathijsen, 5 Van Bronckhorst - 17 De Jong, 8 Engelaar - 10 Sneijder, 23 Van der Vaart, 11 Robben - 9 Van Nistelrooy

Ersatz: 13 Timmer, 16 Stekelenburg - 3 Heitinga, 12 Melchiot, 14 Bouma, 15 De Cler, 6 De Zeeuw, 7 Van Persie, 18 Kuyt, 20 Afellay, 19 Huntelaar, 22 Vennegoor of Hesselink

Fraglich: 21 Boulahrouz (private Situation)

Russland: 1 Akinfejew - 22 Anjukow, 4 Ignaschewitsch, 8 Kolodin, 18 Schirkow - 11 Semak - 17 Syrjanow, 20 Semschow, 7 Torbinski - 10 Arschawin - 19 Pawljutschenko

Ersatz: 16 Malafejew, 12 Gabulow - 2 W. Beresuzki, 3 Janbajew, 5 A. Beresuzki, 14 Schirokow, 13 Iwanow, 15 Biljaletdinow, 23 Bystrow, 6 Adamow, 9 Saenko, 21 Sytschew

(apa/red)

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