Hiddink von Quartier in Leogang begeistert:
"Möchten so lange wie möglich hierbleiben"

Russland-Coach erwartet schwere Gruppengegner Hält positive Überraschung Österreichs für möglich

Hiddink von Quartier in Leogang begeistert:
"Möchten so lange wie möglich hierbleiben" © Bild: AP/Joensson

"Seid mir nicht böse, aber die gute Schneelage in Leogang interessiert mich überhaupt nicht." Mit diesen Worten eröffnete Guus Hiddink, der niederländische Fußball-Teamchef von EM-Starter Russland, seine Pressekonferenz im Leoganger Krallerhof im Salzburger Pinzgau. "Das Wichtigste ist für mich der Zustand der Trainingsplätze. Ich kann keine Wiese gebrauchen, ich muss einen sehr guten, flachen Rasen haben, auf dem wir unser schnelles Spiel trainieren können. Und genau das ist hier möglich."

Die Fremdenverkehrsregion Saalfelden-Leogang hat 1,6 Mio. Euro in eine Sportanlage investiert und so das zwischen den russischen Spielstätten Innsbruck und Salzburg gelegene Hotel für das Nationalteam der Russen zusätzlich attraktiv gemacht. Auch mit den Zimmern, Aufenthaltsräumen und dem Wellness-Angebot im Krallerhof gab sich Hiddink mehr als zufrieden. "Wir möchten so lange wie möglich hierbleiben. Aber vor allem die Spanier werden es uns schwer machen, auch die Schweden haben ein starkes Team mit Topspielern aus europäischen Spitzenvereinen. Selbst die Griechen sind gefährlich, sie müssen ihren Titel verteidigen und ihre Leistung von Portugal bestätigen."

"Es fehlt uns an Erfahrung"
Das russische Team gehe also bei weitem nicht als Favorit in die Gruppe D. "Wir können gut spielen, das haben wir mit unserem Sieg gegen England gezeigt. Aber es fehlt uns an Erfahrung. Wir machen dumme Fehler, unterschätzen den Gegner und riechen nicht, wann ein Spiel kippen kann - das hat das Rumänien-Spiel gezeigt. Aber wir arbeiten daran - unser Team ist jung, gerade einmal zwei Spieler gehen auf die 30 zu, alle anderen sind unter 26 Jahre alt."

Österreichische Überraschung möglich
Mit Südkorea hat Hiddink als Nationalteamtrainer bei der WM 2002 den sensationellen vierten Platz erreicht. Auch für Österreich hält er eine positive Überraschung für durchaus möglich: "Natürlich ist auch Österreich nicht Favorit. Aber als Gastgeber bei einem internationalen Turnier zu spielen, ist immer etwas ganz Besonderes. Manche Teams können dabei ungeahnte Kräfte mobilisieren", so Hiddink, der den österreichischen Fußball im Detail aber nicht gut genug kennt. "Gestern bin ich mit dem Rad gefahren und habe das Unentschieden zwischen Leogang und Puch gesehen. Aus diesem regionalen Match beziehe ich mein gesamtes konkretes Wissen über den österreichischen Fußball."

Vertragsverlängerung bis 2010
Hiddink, der kürzlich seinen Vertrag mit dem russischen Fußball-Verband bis 2010 verlängert hat, ist nicht nur Trainer des Teams. Sondern er unterstützt auch den Umbau des russischen Fußballs im Bereich Jugendarbeit. "Russland wird sich in Zukunft auf vier, höchstens fünf Ausländer pro Team beschränken. Und die Clubs beginnen, Stadien zu bauen und in die Infrastruktur des Fußballs zu investieren. All das wird dem russischen Fußball gut tun."

"Salzburg hat Glück"
Mit Co Adriaanse, dem designierten Trainer von Meister Red Bull Salzburg, ist Hiddink bestens bekannt. "Wir haben 1984 den gleichen Trainerkurs belegt. Adriaanse ist ein Mann, der sich nicht leicht aus dem Konzept bringen lässt. Er arbeitet sehr methodisch und ist ein hervorragender Fachmann, Salzburg hat Glück."

(apa/red)

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