'Hicke' glaubt an 40-prozentige Siegchance:
Mit Optimismus in das Spiel gegen Kroatien

Macho steht im Tor, Harnik und Linz als Stürmer ÖFB-Teamchef entscheidet sich für 3-5-2-Formation

'Hicke' glaubt an 40-prozentige Siegchance:
Mit Optimismus in das Spiel gegen Kroatien © Bild: AP/Punz

Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger sieht dem heutigen EM-Auftakt seiner Mannschaft (18.00 Uhr/live auf news.at) im Wiener Happel-Stadion mit einer großen Portion Zuversicht entgegen. Der Niederösterreicher räumte seiner Mannschaft "eine 40-Prozent-Chance" im Gruppe-B-Match gegen Kroatien ein, wie er auf der Pressekonferenz in Stegersbach erklärte. Eineinhalb Stunden vor dem Spiel gab Hickersberger nun auch die endgültige Aufstellung bekannt: Jürgen Macho steht im Tor, Linz und Harnik bilden die Sturmspitzen.

Der ÖFB-Teamchef schickt seine Mannschaft in einer 3-5-2-Formation auf das Feld: Prödl, Stranzl und Pogatetz bilden das Abwehrtrio, im Mittelfeld erhielten Standfest und Gercaliu den Vorzug gegenüber Garics bzw. Fuchs. In der Mitte sichern Rene Aufhauser und Jürgen Säumel Regisseur Andreas Ivanschitz ab. Im Sturm sollen Roland Linz und Martin Harnik für den so sehnlichst gewünschten Erfolg gegen die Kroaten sorgen. Der Entschluss pro Macho war laut Hickersberger eine "reine Bauch-Entscheidung". ÖFB-Tormanntrainer Klaus Lindenberger ergänzte: "Es war keine Entscheidung gegen Manninger, sondern eine für Macho. Alex hat sehr fair reagiert und Jürgen gratuliert."

"Hicke" für Kroatien optimistisch
"Das zeigt, wie optimistisch ich bin und wie die optimistisch die Mannschaft die eigene Entwicklung einschätzt", meinte Hickersberger noch am Samstag, der aber auch zugab: "Wahrscheinlich sehen die Kroaten die Chancenverteilung ganz anders." Dennoch stimmt den Nationaltrainer vor allem die gelungene Vorbereitung positiv. "Ich kann nur Positives berichten. Die Einstellung im Training war hervorragend, etliche Spieler sind in ausgezeichneter Form. Wir sind sehr gut vorbereitet und optimistisch, den Kroaten Paroli bieten zu können", betonte Hickersberger.

Dieses Gefühl habe er während der vielen Trainingslager der vergangenen Wochen bekommen, "und deshalb fahren wir gut aufgelegt nach Wien", sagte Hickersberger und ergänzte: "Die Mannschaft hat zuletzt Leistungen gebracht, die ich ihr vor einem Jahr noch nicht zugetraut hätte."

Mit Heimvorteil, Tagesform und Glück
Bei allem Optimismus wies der Coach aber noch einmal auf die Stärke des Gegners hin. "Ob diese 40 Prozent eine realistische Einschätzung sind, werden wir sehen. Kroatien zählt zu den technisch besten Teams Europas, aber ich traue uns viel zu. Wir haben den Heimvorteil, und wenn wir eine gute Tagesform und ein bisschen Glück haben, können wir gegen Kroatien gewinnen", behauptete Hickersberger.

Die Gefahr der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten sieht "Hicke" höchstens bei den österreichischen Fans, "wenn sie mit zu hohen Erwartungen ins Stadion gehen, weil sie außer Niko Kovac noch keinen Spieler des Gegners live spielen gesehen haben".

Er müsse nun in den Spieler-Besprechungen die Balance zwischen Optimismus und Warnung vor dem Gegner finden. "Es gilt, sowohl die Qualität der Kroaten zu berücksichtigen als auch dem eigenen Team Mut zu machen." Seine Spieler würden aber auf jeden Fall nicht den schweren Fehler begehen und den Kroaten aufgrund einer überschäumenden Euphorie ins offene Messer laufen.

"Vertraue meiner Mannschaft"
Nicht nur in punkto Selbsteinschätzung hält der Teamchef nach eigenen Angaben große Stücke auf seine Kicker: "Ich habe eine Mannschaft, der ich vertraue, wo ich weiß, welche Spieler auf welcher Position das Beste leisten können." Wer auf welcher Position spielt, verriet Hickersberger erwartungsgemäß nicht: "Wir trainieren schon mit unserer Grundformation und versuchen, uns taktisch auf den Gegner einzustellen."

Der 60-Jährige äußerte sich zudem sehr wohlwollend über Ümit Korkmaz und nahm Kapitän Andreas Ivanschitz trotz dessen zuletzt dürftigen Leistungen in Schutz. "Er hat gegen Deutschland und die Niederlande hervorragend gespielt. Gegen Nigeria und Malta war er nicht in ausgezeichneter Verfassung, aber er wird gegen Kroatien topfit sein und ein gutes Spiel machen", versprach Hickersberger.

"Ein Traum geht in Erfüllung"
Hickersberger steht vor seinem vierten Turnier-Match mit einer österreichischen Nationalmannschaft. Bei der WM 1990 hieß es nach einem 0:1 gegen Italien und die CSFR sowie einem 2:1 gegen die USA (der bisher letzte ÖFB-Endrunden-Sieg) Abschied nehmen. "Ich habe schon damals davon geträumt, noch einmal als Trainer bei einem großen Turnier dabei zu sein. Dass es jetzt mit der österreichischen Nationalmannschaft bei einem Heim-Turnier passiert, ging vor 18, 19 Jahren noch über meine Vorstellungskraft", betonte Hickersberger, für den nach eigenen Angaben "ein Traum in Erfüllung geht". Und nebenbei wird die EURO für den Coach auch noch zum Jungbrunnen. "Mir persönlich geht es hervorragend, ich fühle mich wie 59", sagte der 60-Jährige augenzwinkernd.

Aufstellungen:

Österreich - Kroatien
Wiener Ernst-Happel-Stadion, 18.00 Uhr/live news.at,
Schiedsrichter Pieter Vink/Niederlande

Österreich: 21 Macho - 15 Prödl, 3 Stranzl, 4 Pogatetz - 2 Standfest, 6 Aufhauser, 10 Ivanschitz, 19 Säumel, 12 Gercaliu - 9 Linz, 20 Harnik

Ersatz: 23 Özcan - 15 Prödl, 17 Hiden, 16 Patocka, 2 Standfest, 13 Katzer, 8 Leitgeb, 11 Korkmaz, 7 Vastic, 18 Kienast, 22 Hoffer

Kroatien: 1 Pletikosa - 5 Corluka, 4 R. Kovac, 3 Simunic, 22 Pranjic - 11 Srna, 10 N. Kovac, 14 Modric, 19 Kranjcar - 21 Petric, 18 Olic

Ersatz: 23 Runje, 12 Galinovic - 2 Simic, 15 Knezevic, 6 Vejic, 16 Leko, 7 Rakitic, 8 Vukojevic, 13 Pokrivac, 17 Klasnic, 20 Budan, 9 Kalinic

(apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?

Click!