Heute Großkampftag für Lohnverhandler: Dritte Runde für Metaller, erste für Handel

Insgesamt sind 680.000 Beschäftigte betroffen Positionen bei Metallerverhandlungen weit entfernt

Den heimischen Lohnverhandlern steht ein Großkampftag für insgesamt 680.000 Mitarbeiter in Industrie und Handel bevor. Heute wird in der dritten Runde für rund 161.000 Beschäftigte in der Metallindustrie plus 18.600 weitere Industrieangestellte ein Kompromiss angestrebt. Zugleich beginnen die Verhandlungen für rund 500.000 Handelsangestellte und Beschäftigte in verwandten Berufen.

Verhandelt wird traditionell in der Wirtschaftskammer. Bei den Metallerverhandlungen liegen die Positionen nach Abruch der zweiten Runde noch sehr weit auseinander. Metaller-Chef Erich Foglar und Angestellten-Verhandler Karl Proyer von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wollen auf Grund der guten Produktivität und des höheren Wirtschaftswachstums einen ordentlichen Lohn- und Gehaltsabschluss plus eine einwöchige Bildungsfreistellung, die von den Unternehmen abgelehnt wird. Die Forderungen der Unternehmen nach weiterer Flexibilisierung bei der Arbeitszeit und bei der Lohnfindung lehnt wiederum die Gewerkschaft ab.

Die Industrie will ein neues Lohnmodell durchsetzen, bei dem die Inflation plus ein Teil der Produktivität abgegolten wird. Zusätzlich sollten die Beschäftigten eine vom Betriebsergebnis des jeweiligen Unternehmens abhängige Einmalzahlung erhalten. Sollte kein Kompromiss gelingen, sind für den Freitag bundesweite Betriebsversammlungen geplant, bei denen Maßnahmen zur Durchsetzung der Forderungen beschlossen werden sollen.

Der Metallerabschluss hat traditionell Signalwirkung für alle kommenden KV-Abschlüsse. Schon aus diesem Grund müsse das Ergebnis den aktuellen Wirtschaftsdaten entsprechen, so die Gewerkschaft. Die Handelsangestellten starten am zu Mittag. GPA-Verhandler Manfred Wolf wünscht sich eine "deutlich reale Erhöhung der Bezüge".

Handel noch ohne Einigung
Der erste Verhandlungstag über einen neuen Kollektivvertrag im Handel ist bei gutem Einvernehmen, aber erwartungsgemäß ohne Einigung zu Ende gegangen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer hätten sich darauf verständigt, dass es eine große Reform des Kollektivvertrag geben solle, sagte Arbeitgeber-Chef-Verhandler Alois Wichtl nach Verhandlungsende zur APA. Bei den Gehaltsvorstellungen sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Handel aber noch weit auseinander. Bereits am Freitag sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Die Arbeitnehmern forderten laut der Arbeitgeber-Seite am Donnerstag ein Lohnerhöhung um vier Prozent, die Arbeitgeber wollten lediglich ein Prozent zugestehen. Über Änderungen bei den Arbeitsbedingungen wie etwa einer Flexibilisierung der Arbeitszeit und damit verbunden einer Senkung der Überstundenzahlungen sei heute nicht gesprochen worden, sagte Wichtl. Morgen, Freitag, sollen die Verhandlungen ab 12.00 Uhr fortgesetzt werden - wieder in der Wirtschaftskammer.

Im Vorjahr hatten sich die Sozialpartner im Handel auf eine Erhöhung der Ist- und der Mindestgehälter um 2,65 Prozent bei Beibehaltung der Überzahlungen geeinigt.

(apa/red)