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Heumarkt - Eislaufverein fixiert Pakt, Gegner warnen weiter

Einigung zwischen Wertinvest und WEV soll Ende Mai unterzeichnet werden

Das Großbauprojekt am sogenannten Wiener Heumarkt wird hoffnungsfroh erwartet - jedenfalls vom Wiener Eislaufverein (WEV). Dieser hat sich nun mit dem Bauwerber Wertinvest geeinigt. Die Gespräche sind abgeschlossen, wie der Verein am Dienstag bekannt gab. Abgesehen davon reißt die Kritik an dem Vorhaben nicht ab, auch die Gegner meldeten sich am Dienstag wieder zu Wort.

Der Eislaufverein hat laut eigenen Angaben erreicht, "dass alle von ihm geforderten Bedingungen" erfüllt worden sind. Vertraglich soll die Vereinbarung Ende Mai unterzeichnet werden. Sie sieht unter anderem vor, dass die sportlich nutzbare Freifläche fast 6.000 Quadratmeter betragen wird. Die Nutzung als Eislaufareal während der Saison wird verbindlich festgeschrieben.

Das Mietrecht des Vereins ist im Grundbuch festgeschrieben und wird auf eine Dauer von 99 Jahren gewährt. Die bestehende Infrastruktur wird erneuert. Im Sommer darf die Wertinvest den Platz bespielen, wobei er für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Im Untergeschoß wird eine Eishalle im Ausmaß von 1.000 Quadratmetern errichtet, die dann jedoch ganzjährig dem WEV zur Verfügung stehen soll.

Auch für Ersatz ist gesorgt: Für die Dauer des Umbaus, der für zwei Saisonen veranschlagt ist, wird ein Ersatzplatz am Wiener Schwarzenbergplatz errichtet. Auch hier trägt die Wertinvest die Kosten, betonte der Eislaufverein.

Der Vertrag tritt übrigens nur dann in Kraft, wenn die entsprechende Flächenwidmung rechtskräftig wird und sämtliche Genehmigungen vorliegen. Die Widmung steht morgen, Mittwoch, im zuständigen Gemeinderatsausschuss auf dem Programm. Am 1. Juni soll diese dann im Gemeinderat finalisiert werden.

Die Projektgegner hoffen innigst, dass dies nicht passiert. Sollte der Beschluss tatsächlich noch vor der im Sommer anstehenden Entscheidung über die Zukunft des Welterbeprädikats für die Wiener Innenstadt fallen, wäre dies eine "Verhöhnung" der UNESCO, warnte etwa der Vorsitzender der IG Kultur, Gerhard Ruiss, am Dienstag in einer Pressekonferenz. Architekt Otto Kapfinger appellierte an die Wiener Gemeinderäte, ihre Zustimmung zu verweigern. Nachdruck verleihen will man dieser Forderung am morgigen Mittwoch bei einer Kundgebung, die zeitgleich zum Planungsausschuss beim Rathaus stattfinden soll.

Laut derzeitigem Stand wird Rot-Grün jedoch eine entsprechende Mehrheit zustande bringen. Drei Mandatare der Wiener Grünen haben bereits angekündigt haben, der Widmung am 1. Juni nicht zuzustimmen - was den Beschluss nicht verhindern würde. Auch im morgigen Ausschuss wird der Akt wohl abgesegnet werden. Dass Grün-Gemeinderat Rüdiger Maresch verhindert ist, tut dabei nichts zur Sache. Er wird laut APA-Informationen von Jennifer Kickert vertreten, die bisher ebenfalls nicht als Projektgegnerin in Erscheinung getreten ist. Auch der zweite Vertreter der Öko-Partei im Ausschuss, Christoph Chorherr, ist ein Befürworter.

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