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Heumarkt - Urabstimmung der Wiener Grünen endet am Freitag

Keine Vorab-Infos zu Beteiligungsquote - Ergebnis spätestens am Montag

Die Urabstimmung der Wiener Grünen zur umstrittenen Neugestaltung des Heumarkt-Areals befindet sich im Endspurt. Noch bis Freitagmittag können die gut 1.000 Mitglieder daran teilnehmen, das Ergebnis soll spätestens am Montag vorliegen. Ein "Nein" könnte die grüne Planungsstadträtin Maria Vassilakou gehörig unter Druck bringen. Denn sie hatte bisher stets am Projekt samt Wohnhochhaus festgehalten.

Die Pläne für die Neugestaltung sehen neben einem 66-Meter-Gebäude auch den Neubau des Hotels Intercontinental und die ganzjährige Zugänglichkeit bzw. Nutzbarkeit der Flächen des Eislaufvereins vor, dessen Erhalt langfristig abgesichert werde, argumentiert die Stadt. Bezahlt wird das von der Wertinvest, die dafür die Widmung für das Hochhaus bekommt, monieren Kritiker. Im Hauptfokus der Debatte liegt aber die mit dem Turm verbundene drohende Aberkennung des Weltkulturerbe-Status durch die UNESCO. Im Juli entscheidet sich, ob Wien - als Vorstufe - einmal auf die Rote Liste kommt.

Das Vorhaben sorgt seit Monaten nicht nur für Aufruhr bei Denkmalschützern und der Opposition, sondern hat zuletzt auch die Grünen gespalten. Die Gegner des Projekts mit Alexander Hirschenhauser, Klubobmann der Grünen Innere Stadt, als Sprecher sammelten deshalb Unterschriften für eine Urabstimmung. Diese muss laut Parteistatut dann abgehalten werden, wenn zumindest ein Zehntel der Mitglieder eine solche wollen - was gelang. Die schriftliche Befragung läuft seit 27. März.

Nicht unwesentlich ist die Rücklaufquote. Denn nimmt weniger als die Hälfte der Mitglieder teil, ist die Abstimmung nicht bindend. "Wir haben keine Informationen über die Beteiligung", versicherte Landessprecher Joachim Kovacs nun der APA. Denn man verschaffe sich erst nach Ablauf der Frist einen Überblick über die eingelangten Kuverts, um nicht durch vorab veröffentlichte Quoten die Pro- oder Contra-Seite zu mobilisieren. Er sei selbst gespannt, da es die erste Urabstimmung der Wiener Ökos überhaupt ist.

Ausgezählt wird jedenfalls ab dem Freitagnachmittag. Zu Kontrollzwecken würden der Stimmenauswertung sowohl Befürworter als auch Gegner beiwohnen, erklärte Kovacs. Wann genau das Resultat vorliegen wird, ist noch nicht klar. Spätestens am Montag sollen alle Zahlen vorliegen.

Nicht geklärt ist freilich auch die Frage, wie die Parteispitze mit einem Negativ-Votum umgehen wird. Stadträtin Vassilakou wollte sich im Vorfeld auf Fragen, was im Fall des Falles passiert bzw. ob ein grünes Nein etwa gar das Ende der Heumarkt-Pläne bedeuten könnte, nicht festlegen.

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