Herzog muss auf den ersten Sieg warten:
Schweiz siegt dank Tor in der 94. Minute

Neo-Teamchef sah vor EM-Quali Licht und Schatten Herzog: "Im Großen und Ganzen ganz anständig"

Herzog muss auf den ersten Sieg warten:
Schweiz siegt dank Tor in der 94. Minute © Bild: APA/Fohringer

Andreas Herzog, Neo-Coach von Österreichs U21-Fußball-Nationalmannschaft, muss weiter auf seinen ersten Sieg mit der Auswahl warten. Im zweiten Spiel seiner Ära unterlag die ÖFB-Elf der Schweiz mit 1:2, in der vergangenen Woche erspielte man ebenfalls in Wiener Neudorf gegen Italien ein 2:2. Die letzte große Testphase für die EM-Qualifikation ist damit abgeschlossen. In den kommenden vier Monaten steht Herzog noch ein Testspiel gegen Bulgarien zur Verfügung, ehe am 12. August das erste Quali-Spiel in Weißrussland über die Bühne geht.

"Das Potenzial ist da", attestierte der Technische Direktor des ÖFB, Willi Ruttensteiner, dem Team selbst nach schwachen ersten 45 Minuten gegen die Schweiz. Herzog führte die Fehleranfälligkeit nicht zuletzt auf die vergangenen zehn Tage zurück. "Wir haben hart trainiert, in der ersten Hälfte hat man die schweren Beine doch gemerkt", erklärte der ÖFB-Rekordinternationale und stellte angesichts des späten Verlusttreffers in der 94. Minute (1:2) auch fest: "Es ist klar, dass das nicht passieren soll. Aber es ist mir lieber jetzt als in der Qualifikation."

"Kennen uns noch nicht so gut"
In den Spielen gegen Weißrussland, Schottland, Albanien und Aserbaidschan dürfen Unachtsamkeiten wie jene, die zum 1:2 führten, nicht mehr vorkommen. "Sehr enttäuschend. Dass wir den verdienten Ausgleich gerade so spät hergegeben haben, ist bitter und noch dümmer", ärgerte sich etwa Kapitän und 1860-München-Legionär Julian Baumgartlinger. "Da muss man clever sein, den Ball halten und nicht in einen Konter reinrennen." Mögliche Ursachen? "Wir sind vielleicht noch nicht so gut zusammengespielt, kennen uns noch nicht so gut."

In den ersten 45 Minuten hätte es aber auch anders ausschauen können als nur 0:1. "Es hätte zur Hälfte schon böse ausschauen können", spielte Herzog auf mehrere Lattenschüsse der Schweizer an. "Im Großen und Ganzen war es aber ganz anständig für das zweite und dritte Spiel." Das Team war ja im Februar noch unter seinem Vorgänger und nunmehrigen A-Team-Assistenten Manfred Zsak neu zusammengestellt worden. So wie er sich nach dem Italien-Spiel über die erste Hälfte freuen durfte, gefiel Herzog gegen die Schweiz der zweite Abschnitt. "Es war schön zu sehen, dass wir im Mittelfeld mit Kavlak und Baumgartlinger immer stärker wurden."

Spieler müssen Hausaufgaben machen
Nach seiner ersten Sichtung des Teams hat Herzog nun Zeit, sich über den Kader Gedanken zu machen. "Wir werden jetzt noch alle möglichen Kandidaten unter die Lupe nehmen, und dann werden wir schauen, dass gegen Bulgarien die Spieler auflaufen, die dann auch gegen Weißrussland von Beginn an spielen können", kündigte Herzog das Procedere für die kommenden Monate an. Es liege nun nicht zuletzt an den Spielern selbst: "Es ist wichtig, dass die Spieler in Koordination mit den Vereinen ihre Hausaufgaben machen. Jeder muss an sich arbeiten. Wer nicht hart arbeitet, wird dann wahrscheinlich nicht dabei sein."

Seine eigene Rolle wollte Herzog, der auch beim A-Team als Kandidat auf den Teamchefposten gehandelt worden war, nicht überbewertet wissen. "Das ist alles ein bisschen hochgespielt worden, ich kann ja von außen gar nicht so viel Einfluss nehmen."

(apa/red)