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Herzerkrankungen könnten
in Wien bald wieder zunehmen

Da Bevölkerung immer älter wird - "Weltherztag" am 28. September im Rathaus

Die gute Nachricht: In Wien ist die Sterblichkeitsrate bei Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems seit 1980 gesunken und liegt seit rund zehn Jahren stabil. Die schlechte: Das könnte sich bald ändern. Der Wiener Herz- und Gefäßchirurg Michael Gorlitzer warnt, dass die steigende Lebenserwartung den Trend umkehren könnte. Nötig sei nun verstärkte Prävention, um dies zu verhindern.

Der Herzspezialist des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) ist der wissenschaftliche Leiter der Wiener Ausgabe des weltweit begangenen "Weltherztags". Am 28. September wird dabei im Wiener Rathaus umfangreich zu dem Thema informiert. Es geht dabei um Leiden, die zu den häufigsten Todesursachen zählen, berichtete Gorlitzer bei der Präsentation des Programms am Freitag. 33.000 Menschen sterben in Österreich jedes Jahr an Herz-Kreislauferkrankungen, 6.670 davon in Wien.

In den vergangenen Jahren hätten sich die Werte kaum verändert: "Jetzt werden Sie sich fragen: Was regt er sich auf, der Herr Doktor, es ist eh alles bestens." Allerdings sei die erfreuliche Entwicklung vor allem dem medizinischen Fortschritt geschuldet. So habe sich etwa die Einführung der Stent-Technologie positiv ausgewirkt. Nun drohe jedoch wieder ein Anstieg.

Koronare Herzerkrankungen - also Verschlüsse in der Blutversorgung, die zum Herzinfarkt führen können - würden nämlich vor allem im fortgeschrittenen Alter ansteigen. Und da die Bevölkerung immer älter werde, würden auch diese Krankheiten zunehmen. Gegensteuern könne man vor allem mit Vorbeugung, erklärte Gorlitzer. Die Reduktion von Übergewicht, mehr Bewegung und eine Minimierung der Risikofaktoren Rauchen und Stress seien hier die wichtigsten Maßnahmen.

Auch der verstärkte Einsatz von Defibrillatoren und Schulungen in Sachen Reanimation tragen dazu bei, die Überlebenschancen von Betroffenen zu erhöhen, betonte der Präsident des Vereins "Puls", Landtagspräsident Harry Kopietz (SPÖ). So sei die Wiederbelebungsrate bei Herzstillstand in den vergangenen Jahren von rund zehn Prozent auf über 20 Prozent gestiegen.

Die Veranstaltung zum "Weltherztag" kommende Woche ist dabei sowohl für Mediziner als auch für Laien gedacht. Fachleute werden am Vormittag über neue Entwicklungen und Trends diskutieren, ab Mittag können sich dann interessierte Besucher bei Info-Ständen und im Rahmen von Vorträgen informieren.

(S E R V I C E - Web: www.herztag.at )

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