Herz von getötetem Mitinsassen gegessen:
Französischer Kannibale ist schizophren

Wunsch nach Einzelhaft wurde laut Anwalt ignoriert Lebloser Körper mit großer Wunde in der Brust

Herz von getötetem Mitinsassen gegessen:
Französischer Kannibale ist schizophren

Jener Häftling, der nach eigenem Geständnis in einem nordfranzösischen Gefängnis einen Mitinsassen getötet und dessen Herz gegessen hat, ist schizophren. Der Wunsch seines Klienten nach Einzelhaft sei ignoriert worden, so sein Anwalt.

"Experten haben ihn als schizophren und potenziell gefährlich eingestuft", sagte Anwalt Fabien Picchiottino, der den von französischen Medien als "Kannibale von Rouen" titulierten Häftling vertritt. "Er hatte Probleme mit anderen Gefangenen. Er fühlte sich psychisch nicht gut und er fühlte, dass von ihm eine Gefahr ausgehen könnte."

Dem Anwalt zufolge handelt es sich bei dem Mann um einen verurteilten Vergewaltiger. Die Anträge des Gefangenen auf eine Verlegung in Isolationshaft seien bei der Gefängnisführung auf taube Ohren gestoßen. "Der Direktor dachte sicherlich, dass es nicht nötig sei und hat es nicht getan. Unglücklicherweise beweisen die Fakten, dass er damit falsch lag." Die Gefängnisbehörden waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der leblose Körper des Mitgefangenen war bereits am Mittwoch mit einer großen Wunde in der Brust gefunden worden. Das Geständnis von Picchiottinos Mandanten, er habe den Mann getötet und sein Herz gegessen, taten die Ermittler jedoch zunächst ab, da das Organ noch intakt war. Eine Autopsie zeigte aber, dass Teile der Lunge und der Brustmuskeln fehlten, die auch am Tatort nicht gefunden wurden.

Die Zeitung "Le Parisien" berichtete, es sehe so aus, als seien Körperteile auf einem kleinen Ofen gekocht worden. Ein Topf mit Spuren von Fett und Zwiebeln werde untersucht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wird gegen den geständigen Insassen und einen Mitgefangenen, der zugab, zum Zeitpunkt der Tat nicht geschlafen zu haben, wegen vorsätzlicher Tötung ermittelt. (apa/red)