Herren-Ski-Weltcup von

Überlegener Hirscher

Salzburger gewinnt in Bansko Riesentorlauf mit 1,39 Sekunden Vorsprung

Herren-Ski-Weltcup - Überlegener Hirscher © Bild: APA/EPA

Marcel Hirscher hat einmal mehr kühlen Kopf bewahrt. Der 22-jährige Salzburger fuhr im Riesentorlauf in Bansko bereits seinen siebenten Saisonsieg ein und machte damit auch viel Boden im Gesamt-Weltcup gut. Hirscher triumphierte in Bulgarien 1,39 Sekunden vor dem Italiener Massimiliano Blardone und dem Sensationsmann aus Vorarlberg: Marcel Mathis.

Der 20-Jährige Mathis legte im Finale Laufbestzeit hin und katapultierte sich vom 26. noch auf den dritten Platz. Das bis dato beste Weltcup-Resultat von Mathis war ein 25. Platz vor eineinhalb Monaten in Adelboden gewesen. Der Halbzeit-Führende Ted Ligety aus den USA fiel nach einem "Steher" auf den 27. Platz zurück, dadurch hat Hirscher Rang eins in der Riesentorlauf-Wertung übernommen.

Hannes Reichelt als 5. und Philipp Schörghofer als 8. rundeten das starke ÖSV-Ergebnis ab. Benjamin Raich schied auf dem Weg in die ersten zehn aus. Vor dem Slalom in Bansko am Sonntag (9 und 12 Uhr/live ORF eins) liegt Hirscher im Gesamt-Weltcup 48 Punkte hinter dem zweitplatzierten Schweizer Beat Feuz und 118 Zähler hinter dem kroatischen Führenden Ivica Kostelic.

Spektakulärer Hirscher
Hirscher hat die 25-tägige Rennpause seit seinem Erfolg beim Nacht-Slalom in Schladming perfekt genützt. Zwar war er auch schon im ersten Lauf sehr schnell unterwegs, im unteren Streckenteil verhinderte er aber nur mit allergrößter Mühe und in spektakulärem Stil einen Ausfall. "Das war wirklich extrem knapp. Der Schnee hier ist sehr schnittig und daher unberechenbar. Ich habe bei einem Schwung zu viel Druck bekommen und die Linie verloren. Zum Glück habe ich mich irgendwie gerettet", sagte Hirscher über die Schrecksekunde. Dennoch lag er auf Rang zwei der Zwischenwertung.

Im Finale demonstrierte Hirscher dann eindrucksvoll seine Klasse und Hochform. "Das war vielleicht eine meiner besten Fahrten. Dieser Lauf ist wirklich nach Plan verlaufen", war Hirscher voll und ganz zufrieden.

Sensation durch Mathis
Neben Hirscher hat am Samstag auch sein Namens- und Team-Kollege Mathis groß aufgezeigt. Der Vorarlberger sprang mit sensationeller Bestzeit im zweiten Durchgang noch aufs Stockerl. Ungläubig den Kopf schüttelnd stand Mathis in der Box des Führenden und sah, wie ein Läufer nach dem anderen an seiner Bestmarke scheiterte. Dabei war Mathis am Freitag noch beim Europacup-Riesentorlauf in Oberjoch/Deutschland als Zweiter erfolgreich im Einsatz gewesen. Die Reise ins ÖSV-Teamquartier in Bansko dauerte dann bis 2 Uhr nachts.

"Wenn man die Chance hat, im Weltcup zu starten, dann muss man die nützen. So eine Reise ist dann nur eine ganz kleine Strapaze", berichtete Mathis. "Im zweiten Durchgang ist mir viel aufgegangen, mit dieser Fahrt bin ich sehr zufrieden", so Mathis. "Es ist unglaublich, echt traumhaft, ich bin einfach nur super happy", erklärte Mathis.