Herbstlicher Nachzipf rückt immer näher:
Am besten jetzt mit dem Lernen beginnen!

Nachprüfungen: Die richtige Dosis führt zum Erfolg Häufige Lernfehler können leicht vermieden werden

Herbstlicher Nachzipf rückt immer näher:
Am besten jetzt mit dem Lernen beginnen!

Sommer, Sonne, Ferien und Strebern. Das ist die Realität für all jene Schüler, die im Herbst eine Nachprüfung haben. Nach einigen Wochen Abstand und Erholung sollte idealerweise jetzt mit dem Lernen begonnen werden, rät Gerhard Krötzl, Psychologe in der Abteilung Schulpsychologie- Bildungsberatung im Unterrichtsministerium.

Zu Beginn empfiehlt Krötzl ein geringes Pensum: "Zwei bis drei Stunden oder zweimal eineinhalb Stunden mit einer Pause dazwischen", hält der Psychologe für die optimale tägliche Dosis. Je näher die Prüfung rückt, desto intensiver und mehr müsse gelernt werden: "Vier Stunden", nannte der Experte als Richtwert. "Wenn sich der Schüler auf mehrere Nachprüfungen vorbereitet oder die Defizite in einem Fach sehr groß sind, muss dementsprechend mehr Zeit investiert werden", so Krötzl. Im Endspurt sollte der Schwerpunkt vor allem auf dem Wiederholen liegen.

Struktur und Rhythmus spielen beim Nachzipf-Lernen eine wichtige Rolle. "Jeden Tag ein bisschen was ist besser als alle drei Tage zwölf Stunden durchgehend", erklärte der Psychologe. Fünf Tage strebern, zwei Tage Pause, rät er. Nur eines sollte man nicht machen: Die ganzen Ferien verstreichen lassen und erst in den letzten Wochen Tag und Nacht lerntechnisch Gas geben. Das zählt nämlich zu den häufigsten Fehlern, die Schüler bei der Prüfungsvorbereitung machen.

Problem "zielloses Lernen"
Ein weiteres Problem der "Nachzipfler" ist das ziellose Lernen: Es wird einfach "drauf los" gebüffelt was das Zeug hält, ohne sich über die Anforderungen und die Defizite Gedanken zu machen. Wichtig ist, sich einen Überblick zu verschaffen und sich zu fragen, was man bereits vom Stoff weiß und was bei der Prüfung verlangt wird.

Entscheidet sich der Schüler für professionelle Lernunterstützung in Form von Nachhilfe, kann er zwischen Einzel- und Gruppenunterricht wählen. Doch was ist besser? "In der Gruppe fühlt man sich nicht allein, weil es den anderen genauso geht, wie einem selbst", meinte Krötzl. Das motiviert. Einzelstunden sind hingegen individuell auf den Schüler zugeschnitten, "vielleicht die bessere Option, wenn das Lerndefizit groß ist."

Familie und Freunde können zum seelischen Wohlbefinden beitragen. Sie müssen Zuversicht ausstrahlen, "Du wirst es nicht schaffen"-Phrasen sind dem Zweck nicht dienlich. "Eltern sollten aufmuntern, motivieren, aber auch kommunizieren, dass es in Ordnung ist, wenn man durchfällt", sagte Psychologe.
(apa/red)