Herausforderung für öffentliche Sicherheit: Fußball-EM 2008 wird auch "Polizei-Fest"

1,6 Millionen Besucher werden in Österreich erwartet Internationale Kooperation soll Sicherheit garantieren

Die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz wird neben dem größten Sportevent, das bisher in der Alpenrepublik über die Bühne gegangen ist, auch ein "europäisches Polizei-Fest" mit noch nie da gewesenen Herausforderungen. Das sagte der Vize-Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Lang, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Mit rund 1,6 Millionen Besuchern aus dem Ausland rechnet man zwischen 7. und 29. Juni 2008 in Österreich. "Das ganze Land wird zum Stadion", sagte Günther Marek, Leiter der nationalen Fußballinformationsstelle im Innenministerium. Um das größte Maß an Sicherheit gewährleisten zu können, sei internationale Zusammenarbeit entscheidend: So sollen etwa potenzielle Gewalttäter und Hooligans ihre Heimatländer nicht erst verlassen dürfen oder an den Grenzen von "Transitstaaten" gestoppt werden. Weiters sollen szenekundige und Verbindungs-Beamte in die Veranstalter-Länder entsandt werden und Polizeikräfte aus den Teilnehmerstaaten auf Österreichs Straßen in Uniform patrouillieren.

WM in Deutschland als Vorbild
Dass Gewaltpotenzial aus Teilnehmer- und Anrainer-Staaten Zuhause gelassen wurde, habe der Exekutive bei der WM 2006 in Deutschland sehr geholfen, berichtete Jürgen Mathies von der deutschen Polizei. Österreich und die Schweiz nehmen sich das erfolgreiche Sicherheitskonzept der Nachbarn zum Vorbild. 86 Beamte des Innenministeriums und der Polizei waren vor und während der WM auf "Betriebsspionage" und gemeinsam mit deutschen Kollegen im Einsatz.

Heer soll Polizei unterstützen
Auch das österreichische Bundesheer wird die Exekutiv-Kräfte bei der EURO 2008 unterstützten. Soldaten sollen jedoch nur im Bereich Logistik und Transport zum Einsatz kommen. Auch die Schweiz stellt 15.000 Armee-Angehörige für Objektsicherung, Luftbeobachtung und Transporte ab.

Zur Herausforderung könnten die verschiedenen Rechtsgrundlagen der beteiligten Staaten werden - etwa beim Datentransfer oder bei Reise-Verboten für Hooligans, meinte Lang. Mit den Schweizer Kollegen sei man mittlerweile "ein Team". Die Zusammenarbeit lobte auch Martin Jäggi, Projektkoordinator der Schweiz für die Sicherheit bei der EM. Zwei weitere "Anrainer-, Transit- und Teilnehmerstaatenkonferenzen" sollen bis Juni 2008 noch abgehalten werden: Eine von 13. bis 14. Dezember 2007 in der Schweiz und eine dritte im Mai 2008 in Österreich.

(apa/red)