Hepatitis-A auch von gekochten Muscheln:
Viren sind nach Erhitzen noch nachweisbar

Erreger werden erst bei 85 Grad Celsius unschädlich Tropeninstitut ruft Italienreisende zu Impfungen auf

Hepatitis-A auch von gekochten Muscheln:
Viren sind nach Erhitzen noch nachweisbar

Selbst beim Verzehr gekochter Muscheln sind Italienurlauber nicht vor einer Infektion mit der Leberentzündung Hepatitis-A sicher. Einer Studie des italienischen Gesundheitsministeriums zufolge seien die Viren auch nach einem Kochvorgang von bis zu neun Minuten noch nachweisbar, sagte Christian Schönfeld vom Berliner Tropeninstitut der Zeitschrift "Guter Rat".

Die Erreger können demnach nur durch längeres Erhitzen bei mehr als 85 Grad Celsius unschädlich gemacht werden. Bisher wurde angenommen, nur rohe Muscheln könnten Hepatitis-A übertragen.

Unbedingt impfen lassen!
Das Tropeninstitut in Berlin hatte Italienreisende zu vorbeugenden Impfungen gegen die so genannte Reisegelbsucht aufgefordert, nachdem die Krankheit in Rom und Umgebung ausgebrochen war. Vor allem Reisenden mit Ziel Rom und Süditalien empfahl das Institut, sich impfen zu lassen. Als Ursache des Ausbruchs wurden verseuchte Muscheln und infiziertes Gemüse vermutet. Im südlicher gelegenen Neapel und Apulien hatte es nach Angaben des Tropeninstituts bereits in der Vergangenheit Fälle von Hepatitis-A auf Grund von kontaminierten Muscheln gegeben.

Nur Symptome behandelbar
Gegen eine Infektion mit der Krankheit gibt es keine Therapie, nur die Symptome können behandelt werden. Eine im Vorhinein durchgeführte Impfung bietet jedoch sicheren Schutz. (APA/red)