Menschen von

Bestseller-Autor Henning
Mankell ist verstorben

Beliebter Krimiautor verliert den Kampf gegen den Krebs

Menschen - Bestseller-Autor Henning
Mankell ist verstorben

Der Bestseller-Autor Henning Mankell ist im Alter von 67 Jahren verstorben. Das wurde auf seiner Internet-Seite bekannt gegeben. Er hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Seit 2014 kämpfte der Autor gegen die Erkrankung. Er selbst hat erst im September über sein Leiden gesagt: "Ich werde wohl an dieser Krankheit sterben."

Mankell hat erst vor kurzem ein Buch über den Krebs geschrieben. In seinem Werk "Treibsand" sinniert er über sein Leben mit der Krankheit, die Angst vor dem Tod und sucht eine Antwort auf die Frage: "Was es heißt, ein Mensch zu sein".

Mankell über die Krebsdiagnose

Die Krebsdiagnose ist für Mankell ein lähmender Schock, wie das Gefühl, in Treibsand hinabgezogen zu werden. "Die größte Angst, die Menschen haben, ist die Angst zu sterben." Bei dem Versuch, sich freizustrampeln, ist ihm die Religion keine Hilfe. "Ich respektiere Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben", schreibt er. "Aber ich verstehe sie nicht. Mir kommt die Religion wie eine Entschuldigung dafür vor, dass man die Grundbedingungen des Lebens nicht akzeptiert. Hier und Jetzt, mehr ist es nicht. Darin liegt auch das Einzigartige unseres Lebens, das Wunderbare."

Ganz offen schreibt der Schwede in dem Buch über die Ängste, die sein Leben als Kind und als Erwachsener bestimmt haben. Die Krebsdiagnose hat viele wieder wachgerufen. Sie lässt ihn unruhig schlafen und träumen. "Ich brauchte zehn Tage, (...) um mich zu fangen, und nicht von der Angst vollständig lähmen zu lassen."

Politisch engagierter Krimiautor

Berühmt wurde Mankell durch seine Kriminalromane mit dem legendären Kommissar Kurt Wallander in der Hauptrolle.

Der Autor war auch stets politisch engagiert. 2010 machte der Sohn eines Richters beispielsweise die Reise der "Gaza-Hilfsflotte" Richtung Palästina mit, die von israelischen Soldaten mit einem blutigen Einsatz gestoppt wurde. Neun türkische Mitreisende starben. Nach seiner mehrtägigen Internierung warf der Autor Israel "Seeräuberei und Kidnapping in internationalen Gewässern" vor

In der Flüchtlingskrise hat Mankell den Umgang mit den Flüchtlingszahlen kritisiert. "Ich glaube, dass es in Europa viel Heuchelei in der Art gibt, wie die Flüchtlinge gezählt werden", sagte der Autor. "Auf fünfhundert Einwohner kommt hier vielleicht ein Flüchtling, das ist sehr wenig. Die meisten Flüchtlinge gehen von einem armen Land in ein anderes. Es ist also schon geheuchelt, wenn man sagt, wir würden von Flüchtlingen geflutet - das werden wir nicht."

Mankells globale Fan-Gemeinde ist riesig. Sogar die Rock-Ikone Patti Smith ("Because The Night") outete sich 2011 als Bewunderin des Autors. Dass sie in Stockholm den bedeutenden Polar-Musikpreis aus der Hand des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf in Empfang nehmen konnte, nahm sie eher gelassen hin. Aber die Aussicht auf eine Begegnung mit Mankell fand sie sehr aufregend: "Ich kann es gar nicht glauben, dass ich ihn hier treffen werde, nachdem ich alle seine Bücher gelesen habe. Das ist eine der schönen Seiten des Lebens."

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