Helmut Elsners Frau meldet sich zu Wort:
"Eine ganze Laufbahn irgendwie zerstört"

Alles wurde "auf diesen einen Fall" zugeschnitten Hofft auf "psychische & physische" Kraft ihres Gatten

In der Causa BAWAG hat sich jetzt erstmals die Frau des früheren BAWAG-Generaldirektors Helmut Elsner zu Wort gemeldet. Für sie sei das "eine schreckliche Situation", sagte Ruth Elsner im "ORF-Report". Sie hoffe, dass ihr Mann "die Kraft hat, psychisch und physisch, um das alles durchzustehen". Fragen, die das anhängige Gerichtsverfahren beeinflussen könnten, wurden nicht beantwortet.

Schrecklich sei auch, wie bei einem Menschen, der fast fünfzig Jahre in einem Unternehmen tätig war, jetzt alles "auf diesen einen Fall" zugeschnitten werde und alles andere "weggewischt" werde. "Alles wird in ein schlechtes Licht gerückt. Und somit ist seine ganze Laufbahn, die er gehabt hat, ist irgendwie zerstört", so Ruth Elsner.

Sie habe versucht, ganz persönliche Angriffe und Vorwürfe von ihrem Mann fernzuhalten. "Ich hab dann gesagt, er darf sich den Teletext nicht anschauen, er darf diese Zeitschriften nicht lesen, der Anwalt darf ihm nicht sagen, was steht in dieser Zeitung". In den Artikeln seien "zum Großteil wirklich erfundene Sachen" gewesen - etwa, dass er sich ein Wasserbett quer durch Österreich in ein Hotel habe nachtransportieren lassen oder seine Krawatten mit dem Halsband des Hundes abstimme. Das stimme nicht: "Ich meine, das ist so absurd".

Elsner brach vor vier Wochen zusammen
Zum Gesundheitszustand ihres Mannes meint Ruth Elsner: "Also ich glaube, dass das eigentlich keine plötzliche Erkrankung war. Das glaube ich nicht. Ich glaube nur, und ich mach mir jetzt eigentlich immer auch Vorwürfe, jetzt wo er nicht da ist, dass ich die Vorzeichen vielleicht nicht gesehen habe, oder wir haben nicht reagiert. Und dann war eben vor vier Wochen diese Attacke, wo mein Mann im Badezimmer zusammengebrochen ist nach dem Frühstück."

Taus habe Termin in der Nähe gehabt
Über den Besuch des Industriellen und Ex-VP-Politikers Josef Taus in Elsners Anwesen in Mougins habe sich ihr Mann sehr gefreut, "weil wir waren ja doch die letzten Wochen und eigentlich die ganze Zeit irgendwie isoliert durch die Situation". Taus habe einen Termin in der Nähe gehabt und sei vorbeigekommen. Taus sei "entsetzt" gewesen über Elsners Aussehen.

Weiter Vertrauen in die Justiz
Sie habe "nach wie vor Vertrauen in die Justiz", sagt Ruth Elsner. Sie wünsche sich, "dass mein Mann dort möglichst schnell herauskommt und dass es ihm gesundheitlich so weit geht, dass er das alles verkraften kann". Noch sei offen, wann der Prozess beginnt, das könne noch dauern. Da werde ihr Mann "sehr viel Kraft" brauchen, es werde "eine wahnsinnige Anstrengung, physisch und psychisch", für alle Beteiligten.
(apa/red)