Helmut Elsner von

Hickhack um Gesundheitszustand

Ex-BAWAG-Chef an Lunge punktiert. Ehefrau attackiert Sachverständigen.

Helmut Elsner im Gericht © Bild: News/ Deak Marcus.

Helmut Elsner ist am vergangenen Dienstag erneut an der Lunge punktiert worden, sagte sein Anwalt Andreas Stranzinger bei der BAWAG-Verhandlung am Straflandesgericht Wien. Dabei wurden ihm 1,5 Liter Wasser abgepumpt, neue Befunde legte Stranzinger nicht vor. Die Verhandlung wurde von Richter Christian Böhm auf Freitag vertagt.

In einer kurz danach stattfindenden Pressekonferenz attackierte die Elsner-Verteidigung das Gericht und den medizinischen Sachverständigen Günter Steurer. Ehefrau Ruth Elsner warf Steurer vor, einen kardiologischen Zwischenfall im Gerichtssaal in Kauf zu nehmen.

Hintergrund ist, dass Steurer Elsner in seinem jüngsten Gutachten (datiert mit 9. September 2012) für verhandlungsfähig erklärt hat. "Nach den vorliegenden Befunden ist der Gesundheitszustand des Angeklagten als stabil zu beurteilen und es liegt keine krankheitsbedingte Pflegebedürftigkeit vor. Herr Helmut Elsner kann den täglichen Belastungen des Lebens normal ausgesetzt werden und es besteht, mit der in der Medizin möglichen Sicherheit, keine akute Gefahr für Leib und Leben des Angeklagten. Herr Helmut Elsner ist daher transport- und verhandlungsfähig", resümiert Steurer.

Ein Arzt alleine könnte bei einem kardiologischen Zwischenfall im Gericht gar nichts ausrichten, erklärte sie unter Hinweis, dass Steurer möglicherweise bei der Befragung anwesend sein könnte. Frau Elsner warf Steurer erneut Befangenheit vor. Außerdem kritisierte sie zum wiederholten Male, dass sich in dieser Republik niemand um das verschwundene Vermögen des mitangeklagten Spekulanten Wolfgang Flöttl kümmere. Dass man medizinische Privatgutachten in Auftrag gebe, erklärte sie damit, dass es keine so guten Gerichtssachverständigen gebe. Man sei gezwungen, diesen Weg zu gehen.

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