Helmut Elsner schlägt erneut wild um sich:
"Andere haben Krebs, ich Bandion-Ortner"

Ex-BAWAG-Chef verdächtigt Ministerin der Korruption Seit 3 1/2 Jahren in Haft: "Plan, dass ich hier sterbe"

Helmut Elsner schlägt erneut wild um sich:
"Andere haben Krebs, ich Bandion-Ortner" © Bild: APA/Techt

Der seit mehr als dreieinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzende Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner erhebt neuerlich schwere Vorwürfe gegen Justizministerin Bandion-Ortner (ÖVP) und ihren Kabinettschef Georg Krakow. Bandion-Ortner war im BAWAG-Prozess die Richterin, Krakow war damals der Chefankläger (Staatsanwalt).

"Claudia Bandion-Ortner lügt in meinem Fall wie gedruckt", wiederholte Elsner in einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich" seine Äußerung in der letzten Haftverhandlung. "Außerdem halte ich sie für eine nicht außerordentlich intelligente Person und ich habe den starken Verdacht, dass bei ihr und Krakow Korruption vorliegt". Die Indizien seien ja im Gerichtsakt. "Entweder belangt sie mich jetzt wegen übler Nachrede oder sie ist rücktrittsreif", so Elsner. "Aber es passiert nichts."

"Plan, dass ich hier sterbe"
Auf die Frage, ob er Angst habe, in der Haft zu sterben, meint Elsner: "Viele meinen hier, dass sie wahrscheinlich wollen, dass ich hier sterbe. Und wahrscheinlich ist das auch der Plan, denn dann kommen Bandion-Ortner und Krakow mit ihren Schurkereien durch."

Wer Angst haben könnte, wenn er in Freiheit sei? Elsner: "Solange Krakow etwas zu sagen hat, werden sie mich hinter Gittern halten. Sie fürchten sich vor meiner Öffentlichkeit. Denn wenn ich draußen bin, kann ich Pressekonferenzen geben, ins Finanzministerium gehen. Und wahrscheinlich bekommt auch Flöttl ziemliche Angst, wenn ich recherchieren könnte."

Flöttl soll BAWAG-Millionen unterschlagen haben
In dem "Österreich"-Interview kündigt Elsner an, beweisen zu wollen, dass Wolfang Flöttl die BAWAG-Millionen nicht verspekuliert, sondern unterschlagen hat. Elsner wirft Flöttl vor, "mit einer unheimlich kriminellen Energie" daran gearbeitet zu haben, sich reinzuwaschen und im Prozess gelogen zu haben: "Wir haben Unterlagen über seine Bilanzen im Prozess angefordert. Da hat Flöttl gesagt, er kann seine Geldflüsse nicht dem Gericht vorlegen, weil sein Computer in der Firma abgestürzt ist. Können Sie sich das vorstellen, eine Firma seiner Größe, die bis zu 150 Mitarbeiter hatte, aber kein Backup-System? Und die Bandion-Ortner hat ihm das alles geglaubt", so Elsner.

Klagen gegen Bandion-Ortner
Elsner erklärt in dem Interview, er wolle seine Unschuld beweisen, er habe zahlreiche Klagen etwa gegen die Ministerin eingebracht. In der U-Haft werde er öfter darauf angesprochen, wie er es schaffe, so lange hier zu sein. "Ich antworte dann immer: Für mich ist das Schicksal. Andere Menschen haben Krebs und ich habe die Bandion-Ortner."

(apa/red)

Kommentare

Komische Ironie Einerseits hat Elsner recht. Bandion Ortner ist eine Zumutung, unfähig für ihr Amt und so qualifiziert wie Häupl als Ernährungsberater...

Andererseits, in seinem speziellen Fall verdient er es nicht anders, es ist die ironische Situation, dass er genau deswegen bekommt, was er verdient.

Natürlich wär es begrüßenswerter, wenn das auf korrektem Wege passieren würde, aber in diesem Fall ist das ganze wohl etwas pragmatischer zu genießen!

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Ich entschuldige mich für meine sonst nicht so vulgäre Ausdrucksweise. Dieser Idiotenschädel sollte mal an Krebs leiden, damit er weiß was Leiden wirklich bedeuten. Ich kenne leider genug Freude und Bekannte die mit dieser Krankheit zu Recht kommen müssen. Vor kurzem erst habe ich erst erfahren, dass ein guter Freund UNHEILBAR an Krebs erkrankt ist. Der würde viel geben um mit diesem Affenschädel tauschen zu können. Alleine für diese Aussage gehörte das Strafausmaß um 10 Jahre (OHNE jegliche Begünstigungen) verlängert.

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Re: Ich entschuldige mich Sie haben schon Recht was seine Ausdrucksweise betrifft, aber was er zu sagen hat ist sehr interessant und für mich durchaus vorstellbar. Es läuft doch sowieso immer nach dem gleichem Muster ab, ein Korruptionsring wird "aufgedeckt" und die ehemaligen Komplizen werfen der Justiz den zum Fraß vor der am meisten verzichtbar ist.

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