Helge Payer auf der Goalie-Pole-Position: Hat beste Chancen auf Einsatz gegen Färöer

Dreikampf zwischen Payer, Gratzei und Schranz Franz Wohlfahrt: "Er hat gute Chancen, zu spielen"

Helge Payer auf der Goalie-Pole-Position: Hat beste Chancen auf Einsatz gegen Färöer © Bild: APA/Diener

Offiziell getroffen wird die Tormann-Entscheidung in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft erst heute, dem Spieltag der WM-Qualifikations-Partie in Graz gegen die Färöer. Doch Helge Payer befindet sich in Abwesenheit von Jürgen Macho (vereinslos) und Alexander Manninger (Teamkarriere beendet) im Dreikampf gegen Christian Gratzei und Andreas Schranz ganz deutlich in der Pole Position. Das stritt auch ÖFB-Tormann-Trainer Franz Wohlfahrt bei aller Geheimniskrämerei im Teamcamp in Bad Tatzmannsdorf nicht ab.

"Wir wissen um seine sehr hohe Qualität und Verlässlichkeit. Payer hat in der zweiten Spielhälfte gegen Kamerun eine starke Leistung gebracht und war zuletzt auch in der Liga und im Europacup sehr stark. Das Match gegen Aston Villa (Payer pariete dabei u.a. einen Elfmeter, Anm.) war ein Riesenspiel von ihm. Er hat gute Chancen, zu spielen", sagte Wohlfahrt über den 30-jährigen Rapid-Schlussmann, dessen Karriere noch im Sommer 2008 aufgrund eines Venenverschlusses im Bauchbereich das Ende gedroht hatte.

"Geht um Leistung"
Dass jener Tormann, der gegen die Färöer spielt, auch für die restlichen Partien im Jahr 2009 gesetzt sei, dementierte der ehemalige Austria-Wien- und VfB-Stuttgart-Goalie, der zwischen 1987 und 2001 59 Länderspiele bestritten hat. "Wenn wir einen Tormann finden, der eine gute Leistung bringt, dann gibt es keinen Grund, ihn wieder hinauszustellen. Aber ein Einsatz am Samstag gegen die Färöer ist sicher keine Garantie für einen Einsatz am Mittwoch in Rumänien. Es geht nicht um Namen, sondern um Leistung."

Seinen Platz im Nationalteam vorerst verloren hat Michael Gspurning. Der Xanthi-Legionär hatte bei seinen Einsätzen gegen Rumänien (2:1) und Serbien (0:1) bei den Gegentreffern nicht gut ausgesehen. "Gspurning steht sicher nicht im Abseits, aber wir müssen die Leistungen bewerten. Gegen Rumänien hat er nach seinem Fehler am Schluss noch den Sieg gerettet, deswegen hat er gegen Serbien die Chance bekommen. Da war er dann wieder am Tor beteiligt und wir haben 0:1 verloren", begründete Wohlfahrt.

"Manninger ist alt genug"
Deshalb wollte man im ÖFB-Team gegen Kamerun eigentlich auf Manninger setzen, doch der Juventus-Ersatztormann informierte Dietmar Constantini, Wohlfahrt und Co. kurzerhand vom Ende seiner Teamkarriere. Manninger wolle sich in Zukunft ausschließlich auf seinen Job bei Juve konzentrieren, dürfte jedoch auch persönlich enttäuscht gewesen sein, dass er nicht die klare Nummer 1 im ÖFB-Team war. Eine Entscheidung, die Wohlfahrt "akzeptiert, aber nicht nachvollziehen" kann.

"Es hat in der Geschichte der österreichischen Nationalmannschaft genug gute Torhüter gegeben, die sogar bei ihren Clubs erfolgreich waren, aber nur Nummer zwei in der Nationalmannschaft waren. Und die sind trotzdem immer gekommen. Aber das ist seine persönliche Entscheidung, Manninger ist alt genug", so der 45-Jährige.

Macho auf Vereinssuche
Nach wie vor auf Vereinssuche befindet sich Macho, der AEK Athen den Rücken gekehrt hat. Gegen Kamerun hatte sich Macho 45 Minuten eventuellen Interessenten präsentieren dürfen, zu einer Einigung mit einem Club ist es jedoch trotz dieser Schützenhilfe noch nicht gekommen. "Die Situation ist nicht leicht. Macho muss abwarten und sich in Schuss halten. Es passiert aufgrund von Verletzungen immer wieder etwas, vielleicht ergibt sich im Herbst etwas", meinte Wohlfahrt.

Aufgrund fehlender Spielpraxis ebenfalls kein Thema sind derzeit Ramazan Özcan und Michael Langer, die bei Hoffenheim und Freiburg nicht zum Zug kommen. Wohlfahrt: "Sie haben sich bei ihren Vereinen nicht durchgesetzt. Das tut mir sehr leid, aber es gilt das Gesetz der Leistung."

(apa/red)