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Helfer warnen vor humanitärer Katastrophe im irakischen Falluja

Rund 50.000 Zivilisten eingeschlossen

Nach dem Beginn einer irakischen Offensive gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Westen des Landes warnen Helfer vor einer humanitären Katastrophe. In der vom IS gehaltenen Stadt Falluja etwa 70 Kilometer westlich von Bagdad seien rund 50.000 Zivilisten eingeschlossen.

Sie befänden sich in einer "extremen Notlage", sagte die lokale Sprecherin des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Becky Bakr Abdullah, am Donnerstag.

In der Region gebe es heftige Kämpfe. "Wir sind äußerst besorgt, dass die Menschen unter Feuer geraten könnten", sagte Bakr Abdullah. Sie müssten sich von getrockneten Datteln ernähren und Wasser aus dem Euphrat trinken. Es gebe Berichte über extremen Hunger. Seit September seien keine Hilfstransporte mehr in die Stadt gekommen.

Dem NRC zufolge sind in den vergangenen Tagen rund 550 Menschen aus Falluja geflohen. Sie stünden unter Schock. Eine Flucht sei nur unter großer Gefahr und ausschließlich nachts möglich. Es gebe Berichte, dass IS-Kämpfer Flüchtlinge attackierten, damit sie die Stadt nicht verließen, sagte Bakr Abdullah.

Falluja ist nach der nordirakischen Stadt Mosul die wichtigste Hochburg des IS im Irak. Die Armee und Milizen hatten Anfang der Woche unterstützt von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt zu vertreiben.

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