Heizbedarf um ein Viertel niedriger als '05: Verbrauchsänderung schon bei 1° erkennbar

Auch warme Sommer steigern den Energieverbrauch

Auf Grund des milden Winters war der Heizbedarf im heurigen Winter bisher um ein Viertel niedriger als im Winter 2005. So war im Oktober der Heizbedarf in Wien fast um die Hälfte niedriger als im Vorjahr, wie aus Daten der Hohen Warte hervorgeht. Im November war der Heizbedarf demnach um 28 Prozent und im Dezember um 17 Prozent niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Ermittelt wird der Heizbedarf mit Hilfe der so genannten "Gradtagzahl", die als Summe der Differenzen der Außentemperatur und einer angenommenen Raumtemperatur berechnet wird, sobald die Außentemperatur unter der "Heizgrenze" (z.B. 15 Grad) liegt.

Laut einer Studie der Energieregulierungsbehörde E-Control aus dem Jahr 2005 bedeutet ein Rückgang der mittleren Tagestemperatur im Winterhalbjahr gegenüber dem Vorjahr um je 1 Grad Celsius einen Zuwachs beim Stromverbrauch in Österreich um 1 GWh bis 1,1 GWh. Bei Gas erhöht sich der Verbrauch um knapp 10 GWh pro Tag. Der durchschnittliche Tagesverbrauch an Strom wurde dabei mit 175 GWh angesetzt, erläuterte Studienautor Hans Nischkauer gegenüber der APA. Der durchschnittliche Gasverbrauch in den Wintermonaten beträgt demnach 395 GWh für ganz Österreich.

Aber auch warme Sommer lassen den Energieverbrauch steigen: Im Hochsommer bedeutet ein Temperaturanstieg gegenüber dem Vorjahr um 1 Grad Celsius je Tag einen Anstieg des Stromverbrauchs um 0,5 GWh - statistisch nachweisbar ist dieser Zusammenhang jedoch nur für Werktage im Hochsommer. Im Wochenverlauf ist der Stromverbrauch unterschiedlich - an Werktagen werden jeweils rund 15 Prozent des Wochenbedarfs verbraucht, an Samstagen 13 Prozent und an Sonntagen 12 Prozent.

Beeinflussen kann man den Energieverbrauch beim Heizen allerdings auch selbst - als Daumenregel gilt: Wird die Temperatur in der Wohnung um 1 Grad gesenkt, bedeutet das eine Ersparnis von 6 bis 7 Prozent. (apa)