Heiße Spur im Geiseldrama: Jemen-
Kidnapper wurden angeblich identifiziert

Polizei fandet jetzt nach zwei Hauptverdächtigen Weiterhin kein Lebenszeichen von restlichen Geiseln

Heiße Spur im Geiseldrama: Jemen-
Kidnapper wurden angeblich identifiziert © Bild: APA/EPA/Arhab

Die im Jemen verschollenen ausländischen Geiseln werden immer mehr zu einem Objekt politischer Ränkespiele in dem arabischen Land. Die halbamtliche Zeitung "Al-Thawra" berichtete unter Berufung auf Angehörige der Sicherheitskräfte in der Provinz Saada, die Polizei habe zwei mutmaßliche Entführer identifiziert. Unabhängige Beobachter meldeten jedoch sofort Zweifel an dem Bericht an.

Darin hieß es, nach den beiden Hauptverdächtigen, die namentlich bekannt seien, werde nun intensiv gesucht. Sie stammten aus dem Nushur-Tal, in dem die Leichen von drei Geiseln gefunden worden waren.

Die Behörden wüssten auch, in welcher Region sich die beiden Männer derzeit aufhielten, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Das Gebiet werde von Murjid Jawar, einem Mitglied der schiitischen Houthi-Rebellenbewegung, kontrolliert.

Von den Vermissten, einer fünfköpfigen Familie aus Deutschland und dem ebenfalls verschleppten britischen Ingenieur, fehlt unterdessen jede Spur. Sie sind seit dem Überfall der Entführer vom Freitag vergangener Woche verschollen. Drei Frauen, zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine koreanische Lehrerin, hatten die Geiselnehmer schon kurz nach dem Überfall erschossen.

Die Leiche der 34 Jahre alten Koreanerin wurde nach Südkorea übergeführt. Die Geiselnehmer hatten die Ausländer, die im Jumhuri-Krankenhaus in Saada arbeiteten, am Freitag während eines Ausfluges überfallen. Zu der Entführung hat sich bis dato niemand bekannt.
(apa/red)