Heiße Phase im russisch-ukrainischen Gas- Streit: 100.000 müssen unterdessen frieren

Nun auch Polit-Hickhack zwischen Russland und EU Putin gibt EU Schuld am Scheitern der Verhandlungen

Heiße Phase im russisch-ukrainischen Gas- Streit: 100.000 müssen unterdessen frieren

Im Gaspoker zwischen Moskau und Kiew verhindert ein Streit über die Entsendung von EU-Kontrolleuren ein schnelles Ende des Energienotstands in Teilen Europas. Der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, hatte nach Verhandlungen mit den Ukrainern zunächst eine Wiederaufnahme der gestoppten Lieferungen im Transit durch die Ukraine nach Westeuropa in Aussicht gestellt. Dann die Wende: Nach Angaben der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft haben die Russen den Vorschlag abgelehnt.

Die EU-Beobachter sollen in der Ukraine den Gastransit in Richtung Westen überwachen, sie sollen schon heute ihre Arbeit aufnehmen. Die EU sah ihre Vermittlungsbemühungen ansonsten vorerst als erschöpft an. Russlands Regierungschef Wladimir Putin gab der EU-Kommission sogar die Schuld am vorläufigen Scheitern einer Lösung.

Hunderttausende müssen frieren
Auch am Donnerstag war erneut ein Dutzend europäischer Staaten von russischem Gas weitgehend abgeschnitten. Die Ukraine und Russland schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, wer für den beispiellosen Komplettausfall der Gasversorgung verantwortlich ist. 80 Prozent des Gases aus Russland kommt über die Ukraine in die Europäische Union. Sehr schwierig ist die Lage in Südosteuropa, da hier viele Staaten fast zu 100 Prozent von den Gaslieferungen abhängig sind. In Serbien und Bulgarien froren Hunderttausende in ihren Wohnungen. Viele Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Industriebetriebe mussten ihre Produktion herunterfahren.

(apa/red)