Heiratsschwindlerin ergaunerte 300.000 €: Einsame und gut situierte Herren als Opfer

Mutmaßliche Täterin nun von Polizei geschnappt 41-Jährige wegen Eigentumsdelikten vorbelastet

Heiratsschwindlerin ergaunerte 300.000 €: Einsame und gut situierte Herren als Opfer

Mindestens 300.000 Euro soll eine auf ältere Herren spezialisierte Heiratsschwindlerin in den vergangenen vier bis fünf Jahren erbeutet haben. Die mutmaßliche Täterin, eine gebürtige Polin, wurde nun von der Polizei geschnappt. Nach einem anonymen Hinweis wurde die Frau aus Wien-Hietzing ausfindig gemacht und festgenommen. Gegen die 41-jährige Grazyna S. besteht ein Aufenthaltsverbot, wegen Eigentumsdelikten ist sie laut Polizei bei Gericht einschlägig bekannt.

Zwei Männer um die 80 aus Wien und Niederösterreich seien auf die angeblich einsame Dame hereingefallen, sagte Oberstleutnant Gerhard Mohr vom Kriminalkommissariat Nord zur APA. "Wir nehmen an, dass es noch den einen oder anderen Geschädigten gibt." Die 41-Jährige habe die Auserwählten bereits nach wenigen Treffen um finanzielle Aushilfe gebeten. Die Geschichte, mit denen Grazyna S. die Männer getäuscht haben dürfte: Sie besitze aus einer Hinterlassenschaft ein Haus am oberösterreichischen Attersee und müsse nun Miterben ausbezahlen.

Zuerst habe die Frau kleinere Beträge gefordert, die Männer aber "immer an der Leine gehalten" und sie nach und nach auch zum Verkauf ihres Autos oder ihrer Wohnung überredet, erzählte Mohr. Selbst Sparanlagen lösten die Verliebten für ihre "Zukünftige" auf.

Die Opfer
Ihr erstes bekanntes Opfer soll die 41-Jährige in einem Chatroom für Partnersuchende kennengelernt haben. Unter dem Pseudonym "Ginalein" knüpfte die mutmaßliche Heiratsschwindlerin Kontakt zu einem gut situierten Niederösterreicher, dem sie mit dem Versprechen zur Ehe lockte. Aus einer Hochzeit wurde allerdings nichts. Als sie dem Mann sein gesamtes Vermögen abgeluchst hatte, tauchte die Kriminelle unter.

Das nächstes Opfer war ein ebenfalls alleinstehender Wiener, den "Gina" in einem Lokal in der Wiener Innenstadt kennenlernte, so der Ermittler. Sie habe gewusst, dass sich dort vor allem ältere Männer treffen und sich ein gut situiertes Opfer ausgesucht. Die Anbandlungsversuche konnten jedoch im Anfangsstadium gestoppt werden. "Wir sind aufmerksam geworden nach einem anonymen Hinweis", berichtete Mohr. Die Polin habe dem altem Mann bereits 17.000 Euro abgenommen und war dabei ihm einen weiteren Geldbetrag herauszulocken.

Grazyna S. steht unter Verdacht, weitere kontaktwillige Männer um ihr Vermögen gebracht zu haben. Hinweise werden vom Kriminalkommissariat Nord unter der Wiener Telefonnummer 01-31310-67420 (Gruppe Irschik) sowie unter der Durchwahl -67800 (Journaldienst) entgegen genommen.

(apa/red)