Heinz Sichrovsky über ein spannendes Salzburg Jahr

Der Zauber der inneren Kompetenz PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Heinz Sichrovsky über ein spannendes Salzburg Jahr © Bild: NEWS/ Ricardo Hergott

Was den Salzburger Festspielen nicht alles missriet im Opernaufkommen der vergangenen Jahre: Das Versagen der Politik hatte den großen Theatermann Jürgen Flimm zum Schaden aller an die falsche Stelle gerückt. Nun wurde das Programm des kommenden Übergangssommers präsentiert, des einzigen, das Markus Hinterhäuser verantworten darf. Auch diesfalls hat die Politik klägliche Figur gemacht: Der für die Flimm-Nachfolge favorisierte Konzertchef erlag Intrigen.

Das Programm aber ist schlicht aufregend: Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ unter Thielemann ist noch Flimm-Erbe. Riccardo Muti, der die schlimmsten Regisseure der jüngeren Festspielgeschichte zu verantworten hat, wird mit einem anderen (aber großen) Konservativen, nämlich Peter Stein, Verdis „Macbeth“ erarbeiten. Dann Janaceks „Sache Makropoulos“ unter Salonen/ Marthaler: Die Philharmoniker können da in drei fabulösen Konstellationen ihre Kernkompetenzen zum Leuchten bringen. Zwei der drei zentralen Mozart-Opern aber werden Originalklangensembles überantwortet. Schon jetzt freut man sich auf „Così fan tutte“ mit Marc Minkowskis Truppe, die soeben an der Staatsoper gefeiert wurde. So einfach ist das, wenn einer von innen her versteht, was er tut.

Heinz Sichrovsky

sichrovsky.heinz@news.at