Heinz Hochhauser scheut den Vergleich:
Andere Situationen bei Austria und Salzburg

Denn: "Im Fußball gibt es nie gleiche Situationen" "Große Namen garantieren keine guten Leistungen"

Vor dem Spitzenspiel in Wals-Siezenheim gegen die Wiener Austria hat die schöne neue Fußball-Welt von Red Bull in Salzburg erstmals nachhaltige Risse bekommen. Noch vor wenigen Wochen war eine Champions-League-Teilnahme zum Greifen nah, nun stehen die Mozartstädter vor dem vorzeitigen Aus im UEFA-Cup und sehen sich obendrein - abgesehen von den Diskussionen rund um Namens- und Vereinsfarben-Wechsel - erstmals seit der Regentschaft des Energy-Drink-Herstellers mit Fan-Protesten konfrontiert.

Der Unmut der Anhänger richtet sich sowohl gegen den Trainer und "Defensiv-Apostel" Giovanni Trapattoni als auch gegen die Spieler, denen Söldner-Mentalität vorgeworfen wird. Zumindest in dieser Hinsicht ähnelt die aktuelle Situation in Salzburg jener von Sonntag-Gegner Austria in den vergangenen Jahren, als die Erfolge trotz großer Investitionen und namhafter Spieler relativ bescheiden geblieben waren.

Der neue Sportdirektor Heinz Hochhauser, der von 1. Juni 2000 bis 12. März 2001 als Trainer bei den Wiener "Veilchen" fungierte, will dennoch keine Parallelen zwischen seinem aktuellen und seinem ehemaligen Club ziehen. "Es gibt keinen Vergleich, denn im Fußball gibt es nie gleiche Situationen", behauptete der Oberösterreicher.

Hochhauser kennt den Kardinalfehler, den die Wiener in Zeiten der sprudelnden Stronach-Millionen begangen haben. "Die Austria hat sechs, sieben Jahre gebraucht, bis sie draufgekommen ist, dass große Namen keine guten Leistungen garantieren. Jetzt ist sie einen anderen Weg gegangen, und siehe da - sie ist Erster. Dazu kann man nur gratulieren."

Ob ähnliche Fehler nicht nur in Wien-Favoriten, sondern auch in Salzburg begangen wurden, wollte Hochhauser erst gar nicht thematisieren. "Natürlich haben wir Fehler gemacht, aber darüber reden wir nicht. Wir schauen nach vorne." Die Austria diene sicher nicht als "abschreckendes Beispiel", so Hochhauser. "Auch wenn in Salzburg zu Beginn eine ähnliche Konstellation wie bei der Austria dagewesen ist - wir müssen aus unseren eigenen Fehlern lernen."

Neun Verträge laufen im Sommer aus
Die Resultate dieses Lernprozesses werden ab Sommer sichtbar sein. "Dann laufen neun Verträge aus, da kann man einiges ändern." In der Jänner-Transferzeit wird laut Hochhauser wohl noch alles beim Alten bleiben. "Im Winter bekommen wir ohnehin keine Spieler, die uns wirklich weiterhelfen können."

Auch eine Kaderreduzierung in der Pause ist unwahrscheinlich, immerhin halten sich selbst bei Ersatzleuten die Bestrebungen nach einem Clubwechsel angesichts gut dotierter Verträge bei Red Bull in engen Grenzen. "Die Problematik ist, dass sich bei uns alle Spieler sehr wohl fühlen. Daher sehe ich wenig Chancen, dass Spieler den Verein vorzeitig verlassen", erklärte der Salzburger Sportdirektor.

(apa/red)