Heimische Banken sind in Betrugsskandal verwickelt: Mafia wäscht Geld in Österreich

Geld für fiktive Dienste an Unternehmen überwiesen Steuerhinterziehung in Höhe von 365 Millionen Euro

Die kalabrische Mafia hat laut Staatsanwaltschaft Rom ein Zwei-Milliarden-Ding gedreht und Österreich steht mitten drinnen in dem Betrugsskandal. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" vorab berichtet, wurden heimische Banken im großen Stil zur Geldwäsche heran gezogen. Ermittelt wird gegen 60 Personen. Die Rede ist von 14 Konten bei Bank Austria, Raiffeisen Zentralbank und Anglo Irish Bank Austria.

Heimische Banken sind in Betrugsskandal verwickelt: Mafia wäscht Geld in Österreich

Überweiser waren die beiden italienischen Telekom-Konzernen Fastweb und Telecom Italia Sparkle. Die Staatsanwaltschaft Wien hat sich bereits an die Fersen der mutmaßlichen Geldwäscher geheftet. Ermittelt wird auch wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 365 Millionen Euro.

Das komplizierte Karussellspiel des organisierten Verbrechens soll sich laut "profil" vorwiegend in Wien gedreht haben. Die italienische Justiz hat demnach dutzende Treffen und Telefonate der Bande abgehört und genauestens dokumentiert. In dem Dossier der italienischen Behörden sind Fotos von Treffen in noblen Restaurants zu sehen, bei denen Geldübergaben in Louis-Vuitton-Taschen vorgenommen wurden.

Fiktive Dienste
Und so funktionierte das System: Über Auslandsgesellschaften wurde Mafiageld für fiktive Dienste an etablierte italienische Telekom-Unternehmen überwiesen. Diese überweisen das Geld nach Abzug einer Prämie weiter an Briefkastengesellschaften der Mafia, die ebenfalls erfundene Dienstleistungen verrechnen. Über weitere Tarngesellschaften, die jeweils einen Anteil abzweigen, wurde das Geld weißgewaschen und am Ende wieder den Großkonzernen zugeführt - dann konnte das Spiel von Neuem beginnen.

Die betroffenen österreichischen Banken berufen sich auf das Bankgeheimnis und wollten zu den konkreten Ermittlungsergebnissen der römischen Justiz keine Stellungnahme abgeben, schreibt das Nachrichtenmagazin. Laut "profil"-Recherchen haben die Banken wegen der Transaktionen ihrer italienischen Kunden selbst Meldung bei der Geldwäschestelle im Bundeskriminalamt erstattet. Im Frühherbst 2007 waren nach einem Rechtshilfeersuchen aus Rom auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien die verdächtigen Konten bei Anglo Irish Bank, Bank Austria und RZB geöffnet worden.

(apa/red)

Kommentare

Mafia .... kann sich überall breit machen, wo man mit Geld (und davon haben die genug) sich Anteile an Firmen (Aktien) relativ unbehelligt (durch vorgeschobenen \'Investor\')beschaffen kann. Hat man erst mal den Fuss in der Tür, ist alles andere nur noch eine Frage der Zeit. Die Globalisierung hat ihr Übriges dazu beigetragen. Und Sparer die ihr Geld bei der BA haben sollten wissen, dass Gewinne die damit erzielt werden nach Italien fliessen ...

Ignaz-Kutschnberger

Und - wundert das wirklich wen?? Sorry, aber der Film "Der Pate" ... war der Typ nicht Italiener?? Und kämpft man in Italien nicht schon seit Jahren gegen die Mafia im Land?? Kann nur meinem "Vorredner" zustimmen... ist ja eigentlich nicht weiter wundernswert wenn man dann Mafia-Geld bei einer italienischen Bank wie der Bank Austria findet, oder?? Das liegt doch auf der Hand sowas

no na ned bei der Bank Austria ? interessant ist ja eine italienische Bank mittlerweile.

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