Heidrun Wastl von

Fall steht vor der Klärung

Frau seit 11 Jahren vermisst. Verdächtiger spricht von Unfall - Polizei sucht Leiche.

Heidrun Wastl - Fall steht vor der Klärung © Bild: APA/DPA

Der Fall der seit 2001 vermissten Heidrun Wastl (37) aus Wiener Neustadt könnte vor der Klärung stehen: Ein 41-jähriger Verdächtiger hat eine "Beichte" abgelegt. Die Frau sei bei einem Waldspaziergang mit dem Kopf gegen einen Stein geprallt und leblos liegen geblieben. In Panik habe er die Sterbende zurückgelassen. Das bestätigte Erich Habitzl von der Wiener Neustädter Staatsanwaltschaft. Die Ermittler zweifeln diese Version allerdings an und suchen nach der Leiche.

Der Tischler wurde jedenfalls wegen des Verdachts des Mordes festgenommen. In einem Waldstück in der Buckligen Welt waren Beamte des Bundeskriminalamts (BK) mit Spürhunden im Einsatz, um nach den sterblichen Überresten der Frau zu suchen. Bis Einbruch der Dunkelheit sollte die Aktion andauern und gegebenenfalls am Donnerstag fortgesetzt werden, sagte BK-Sprecher Mario Hejl.

Neue Einvernahme im Zug von Cold-Case-Verfahren
Die Entwicklung ist spektakulär, aber eigentlich keine echte Wende. Denn der Mann, der Heidrun Wastl als Letzter lebend gesehen hatte, gehörte bereits seit längerer Zeit zu den Verdächtigen. Im Zuge eines Cold-Case-Verfahrens wurde der 41-Jährige nun erneut einvernommen. Dabei berichtete er vom Tod der Frau.

Heidrun Wastl galt seit dem 28. September 2001 als verschwunden. Die Kindergartenhelferin wollte an jenem Tag ihren sechsjährigen Sohn um 11.30 Uhr von der Schule abholen, kam dort aber nie an. Der Fall wurde im Juli 2002 auch in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" aufgegriffen. Wastl wurde mittlerweile von ihrem Ehemann auch für tot erklärt.

Verdächtiger am Tag ihres Verschwindes als Tischler im Haus
Am Tag des Verschwindens der Frau hatte der Verdächtige Tischlerarbeiten bei ihr zu Hause durchgeführt. Im September 2002 geriet er in Verdacht, weil er als Verfasser eines "Abschiedsbriefes" ausfindig gemacht worden war, der vier Tage nach dem 28. September bei Wastls Ehemann einlangte. In dem Text hieß es: "Ich sorge schon um sie, ihr geht es gut, wir sind im Ausland, sie will dich anrufen, wenn sie bereit ist..." Ein "tragfähiger Beweis für eine Täterschaft" konnte damals laut Polizei jedoch nicht erbracht werden.

Der Mann sollte nach den Einvernahmen in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert werden, wo binnen 48 Stunden über die Verhängung der Untersuchungshaft entschieden werden muss. Nach der Leiche wurde seit Dienstag in einem Waldstück bei Lanzenkirchen (Bezirk Wiener Neustadt) gesucht. Zwölf Polizeihunde und ihre Hundeführer standen im Einsatz. Die Aktion musste aufgrund starker Regenfälle zeitweise unterbrochen werden.

Für die Aufklärung sogenannter kalter Fälle wurde am 1. Juli 2010 im Bundeskriminalamt die Abteilung Cold Case Management eingerichtet. Sie soll nationale und internationale Maßnahmen sowie Ermittlungen zur Aufklärung von speziellen, unaufgeklärten und länger zurückliegenden Vermissten- und Kriminalitätsfällen leiten und koordinieren.