Heftiger Disput um Kärntner Hypo-Deal:
"Notverkauf" der Bank sorgt für böses Blut

Vorwürfe von SP-Schaunig ärgern ÖVP und Hypo Haider entrüstet: "Sie wird noch vor Gericht landen"

Im Streit um den Verkauf der Hypo Alpe-Adria-Bank an die Bayerische Landesbank (BayernLB) liegen die Nerven blank. Ein Offener Brief von Landeshauptmann-Stellvertreterin Schaunig, in dem sie erneut betonte, das Land habe die Bank im Rahmen eines "Notverkaufs ... an das Ausland verschleudert", hat heftige Reaktionen ausgelöst.

Sowohl die Anwälte des Aufsichtsratsvorsitzenden der Kärntner Landesholding, VP-Landesrat Martinz, als auch jene des designierten Hypo-Chefs Tilo Berlin wiesen die Vorwürfe in dem Brief als unwahr zurück und drohten an, auch rechtlich gegen Medien vorzugehen, die die Vorwürfe verbreiten würden. Der Kärntner Landeshauptmann Haider prophezeite seinerseits, dass Schaunig "wegen Ihren nicht haltbaren Vorwürfen vor Gericht landen" werde.

Wörtlich hieß es in dem Brief Schaunigs, Haider und Martinz hätten "einen großen Teil unserer Hypo-Landesbank überfallsartig und - laut Medienberichten - unter Wert an das Ausland verschleudert". Bei einem Börsegang 2009, schreibt sie weiter, "wäre die Hypo demnach wesentlich mehr wert gewesen". Dies habe "ein Gutachten des designierten Hypo-Vorstandsvorsitzenden und Haider-Freundes Tilo Berlin bestätigt".

Auch Martinz habe "mittlerweile indirekt" bestätigt, "dass es sich um einen Notverkauf gehandelt" habe, "bei dem in der Regel lediglich ein deutlich niedrigerer, unterhalb des aktuellen Marktwertes liegender Preis erzielt" werde.

Die Rechtsanwälte von Martinz und Berlin bezeichneten daraufhin in einem Schreiben an die Medien die Aussagen einhellig als "tatsachenwidrig" bzw. "unwahr, kreditschädigend und ehrenbeleidigend". Beide drohten zudem mit Klagen.

(apa/red)