Heftige Regenfälle in Iowa: US-Bundesstaat steht teilweise komplett unter Wasser

Tausende auf der Flucht: Große Schäden erwartet Meteorologen geben Hoffnung: Regen soll aufhören

Heftige Regenfälle in Iowa: US-Bundesstaat steht teilweise komplett unter Wasser © Bild: AP/Orton

Iowa kommt nicht zur Ruhe: Nach zwei Tornados sowie heftigen Regenstürmen herrschte in den größeren Städten des US-Bundesstaats nach erneuten sintflutartigen Regenfällen Land unter. Ganze Stadtteile in der Hauptstadt Des Moines und in Cedar Rapids standen unter Wasser, tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zwar ging das Hochwasser zuletzt wieder etwas zurück, doch warnten die Behörden vor weiteren Regenstürmen.

In Des Moines, der Hauptstadt des Staates im Mittleren Westen mit ihren 200.000 Einwohnern, waren nach einem Dammbruch Samstagfrüh Mitarbeiter der Stadt und die Nationalgarde im Dauereinsatz. Ein ganzes Viertel mit rund 200 Häusern versank in den Fluten des Des Moines-Flusses. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Ein von rund 2.500 Freiwilligen errichteter Behelfsdamm aus Sandsäcken hielt nur wenige Stunden.

Noch kein grünes Licht
Zuletzt ging das Hochwasser leicht zurück. Doch zögerten die Behörden, grünes Licht für eine Rückkehr in die evakuierten Häuser zu geben. "Der Fluss trägt immer noch zuviel Wasser mit sich, die Lage bleibt ernst", warnte ein Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzes.

Hunderte Häuserblöcke im Wasser
In der zweitgrößten Stadt Cedar Rapids standen hunderte Häuserblöcke im Wasser. Der Cedar River erreichte einen Rekordpegel von neuneinhalb Metern. Die Fluten rissen Autos und ganze Häuser mit sich. Praktisch alle Regierungsgebäude waren überflutet. Die Häftlinge des Bezirks-Gefängnisses wurden - mitsamt ihrer Matratzen - umgesiedelt. Die Stadtverwaltung rief die Bevölkerung auf, den Trinkwasserverbrauch einzuschränken. "Wir sitzen fest", sagte Gloria Hines aus Cedar Rapids. Zwar ist ihr Haus ein Dutzend Häuserblocks entfernt von jener Stelle, wo der Cedar River über die Ufer trat. Doch die Wassermassen, die aus den Entwässerungspumpen sprudeln, machten auch hier die Straßen unpassierbar.

Die Universität von Iowa in Iowa City sagte bis zum 22. Juni den Unterricht ab, weil Schlafsäle, Unterrichtsräume, Bibliothek und ein Kunstmuseum von den Wassermassen bedroht sind. "Unsere Vorhersagen einer Jahrhundertflut - oder von Schlimmerem - werden wirklich wahr", sagte die Bürgermeisterin von Iowa City, Regenia Bailey.

"Das war eine schwierige Woche für unseren Bundesstaat", erklärte der Gouverneur von Iowa, Chet Culver. Begonnen hatte das Unwetter mit einem Tornado am 25. Mai. Danach hatte es praktisch unentwegt geregnet. Am vergangenen Mittwoch folgte dann ein zweiter Tornado. Allein in Iowa starben seit Ende Mai mindestens 16 Menschen, in anderen Staaten des Mittleren Westens kamen weiter fünf Menschen ums Leben. Die ganze Region leidet unter den schweren Überschwemmungen, betroffen sind Teile der Bundesstaaten South Dakota, Minnesota, Wisconsin, Nebraska, Illinois, Indiana, Kansas, Oklahoma und Arkansas.

In Iowa sind inzwischen bis zu 20 Prozent des Getreide-Anbaus vernichtet. Auch der Güterverkehr kam laut den örtlichen Medien praktisch zum Erliegen: Zahlreiche Schienen seien unterspült, die wichtigsten Brücken gesperrt und der Mississippi für Frachtschiffe untersagt. Die Behörden erwarten für die kommenden Tage keine Verbesserung der Lage.

(apa/red)