Heftige Kritik an Guantanamo: Hunger-streikende sollen zwangsernährt werden

US-Führung segnet neue medizinische Richtlinien ab Menschenrechtler kritisieren inhumane Methoden

Die Zwangsernährung von Hungerstreikenden im US-Gefangenenlager Guantanamo ist von der amerikanischen Militärführung formell gebilligt worden. Sie wird für Häftlinge, deren Leben bedroht ist, sogar vorgeschrieben. Darin ist auch vorgesehen, Ärzte im geringen Umfang bei Verhören mitwirken zu lassen. Menschenrechtsgruppen kritisierten die neuen Vorgaben aufs Schärfste.

Dem Verteidigungsministerium zufolge werden mit Hilfe der neuen Richtlinien bereits übliche Maßnahmen rechtlich konkretisiert. Damit würden humanitäre Standards geschaffen, deren oberste Priorität die Erhaltung von Leben sei. Menschenrechtler machten indessen geltend, eine Zwangsernährung sei schon an sich inhuman.

Ferner sollten auf Psychologie spezialisierte Mediziner auf keinen Fall bei Verhören eingesetzt werden. Den Richtlinien zufolge sollen Psychologen Verhöre beobachten, aber nicht direkt an der Befragung beteiligt sein.

(apa/red)