Liensberger Fünfte bei Gut-Sieg im Killington-RTL

von Liensberger Fünfte bei Gut-Sieg im Killington-RTL © Bild: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/GREGORY SHAMUS

Lara Gut-Behrami siegte erstmals seit 2016 im RTL

Der erste Saison-Riesentorlauf der alpinen Ski-Frauen ist zur Beute von Lara Gut-Behrami geworden. Die Schweizerin setzte sich am Samstag in Killington (USA) vor der Italienerin Marta Bassino (+0,07 Sek.) und der Halbzeitführenden Sara Hector aus Schweden (+0,20) durch. Die ÖSV-Frauen zeigten mit der fünftplatzierten Katharina Liensberger (+0,55) als neuerlich bester Österreicherin auf.

"Ich freue mich riesig. Dass ich es im Riesenslalom so zeigen konnte, stimmt mich positiv und gibt Vertrauen. Ich bin sehr dankbar dafür", sagte Liensberger in einer ersten Reaktion im ORF. Die Vorarlbergerin hatte die geschlagenen ÖSV-Technikerinnen als Achte und Elfte bereits beim Slalom-Auftakt in der Vorwoche angeführt. Platz fünf als Liensbergers bestes RTL-Resultat seit über einem Jahr soll Auftrieb geben. "Ich will mich jetzt nach vor arbeiten. Wir sind dran. Ich freue mich jetzt natürlich auf den morgigen Slalom."

Beim Rennen in den Green Mountains von Vermont war wegen Windes vom Reservestart angeschoben worden. Letztlich spielte bei Guts 35. Weltcupsieg, dem ersten im Riesentorlauf seit Sölden 2016, auch das Wetterglück mit. Hector und die Halbzeit-Zweite Ragnhild Mowinckel verloren im zugigen oberen Streckenteil doch entscheidende Zehntelsekunden. Gut sprang von drei auf die Eins, Bassino von fünf auf zwei und Petra Vlhova hielt Platz vier.

Ricarda Haaser hatte sich als Achte als potenzieller ÖSV-Lichtblick in Stellung gebracht, rutschte im Finaldurchgang aber auf Platz 15 noch hinter Ramona Siebenhofer (12.) zurück. Ähnlich erging es Topfavoritin Mikaela Shiffrin, die als 13. in ihrer Heimat vor dem Slalom am Sonntag (16.15 Uhr MEZ/19.00/live ORF 1) gewaltig ausließ.

Auf der Suche nach der Rennform punkteten noch Franziska Gritsch (20.) , Katharina Truppe (22.) und Katharina Huber (24.). Elisabeth Kappaurer schied im ersten Durchgang aus, Elisa Mörzinger (33.), Nina Astner (42.) und Magdalena Egger (50.) verpassten den Finallauf der besten 30.

Eine Hoffnungsträgerin sagte bereits kurzfristig ab: Stephanie Brunner verzichtete wegen fehlender Sicherheit nach ihrer Knieverletzung auf den Start. Seit ihrem dritten Platz in Killington 2018 hat es aus österreichischer Sicht nur Liensberger als Dritte (Lienz, Dezember/2019) auf das Stockerl in dieser Disziplin geschafft.

Haaser und Siebenhofer wurden im Finaldurchgang für ihre Attacke nicht belohnt. "Ich habe gewusst, ich muss Gas geben. Mir sind dann zwei sinnlose Fehler passiert", sagte Haaser. Siebenhofer unterlief auf dem von ihrem Trainer Wolfgang Grabner gesteckten Kurs ein Schnitzer im Steilhang. "Ich könnte mich grün und blau ärgern", sagte die Steirerin, die mit offenem Visier in den nächsten Weltcup-Ort übersiedeln will. "Wenn man attackiert, können auch Fehler passieren. Abhaken, ich freue mich auf die langen Skier und Lake Louise." Gritsch sagte zu Platz 20: "Ich bin froh, dass ein paar Schritte nach vorne gelungen sind, aber der Unterschied zwischen Training und Rennen ist noch viel zu groß."

Nichts im Kampf um den (ersten) Riesentorlauf-Sieg in ihrer Heimat hatte auch diesmal Shiffrin mitzureden. Ihr Timing sei nach wenigen Trainingstagen in der Disziplin nicht perfekt, musste die Amerikanerin nach Platz 13 nicht lange Ursachenforschung betreiben. Am Sonntag liegt ihre persönliche Messlatte viel höher, denn Shiffrin hat bei ihrem Heim-Weltcup alle bisherigen fünf Slaloms gewonnen. Ihr Schwung durch die Kipp-Tore passt, wie sie in der Vorwoche mit dem Doppel-Sieg in Levi bewiesen hat.

Lara Colturi, die für Albanien startende Tochter der italienischen Olympiasiegerin Daniela Ceccarelli, holte als 17. erstmals Weltcuppunkte. Die seit Kurzem 16-Jährige fuhr die ersten Zähler für Albanien im Frauen-Weltcup ein und bewies mit der viertschnellsten Zeit im zweiten Lauf ihr von vielen Seiten bescheinigtes Megatalent.