Haustiere von

Katzen-"Big Brother"

Haustiere - Katzen-"Big Brother" © Bild: News/Ian Ehm

Erinnern Sie noch an Zlatko Trpkovski, der durch seine Unkenntnis in Sachen Shakespeare Berühmtheit erlangte? Oder an Alex oder einen der anderen dreizehn Bewohner des "Big Brother" - Hauses der deutschen Fernsehserie? Vergessen? Kein Problem. Die Pioniere der ersten Reality-Fernsehshow haben nun Nachfolger bekommen, die man nicht so leicht vergisst. Sie heißen Hekla, Katla, Vigdís, Bubbi und Thor, amtieren in einem überdimensionalen Puppenhaus in Reykjavík und sind junge Katzen.

"Keeping up with the Kattarshians" heißt ihre Show, die weltweit übers Internet verfolgt wird. Das Unternehmen dient nicht nur dem voyeuristischen Gaudium all jener, die von herkömmlichen Katzenvideos genug haben, sondern verfolgt ein edles Ziel: minderjährigen Waisenkatzen ein Zuhause zu verschaffen. Das funktioniere glänzend, erklärt Produzentin Inga Lind Karlsdóttir von Skot Productions. Gemeinsam mit dem isländischen Katzenschutzverein "Katthold" hat man das Projekt ersonnen.

Die kleinen Waisen sind artgerecht untergebracht, mit ausreichend Spielzeug und Rückzugsmöglichkeiten, auch abseits der Stockbetten, versorgt. Die Beleuchtung lässt durch moderne Technik einen normalen Tages-und Nachtrhythmus trotz pausenloser Übertragung zu. Wenn alle ein Zuhause gefunden haben, wechselt das feline Team.

Tierärztin und Katzenforscherin Sabine Schroll moniert das Fehlen von Basisinformation für künftige Katzenhalter. Grundlegendes, etwa wie man eine Katze lehrt, das Kisterl zu benützen, zeigt die Show nicht.

Österreichische Tierschützer melden überhaupt Zweifel an diesem Format an. Sebastian Url vom österreichischen Tierschutzverein (ÖTV) Salzburg hält die Show "grundsätzlich für eine gute Idee". Da die Katzen aber wochenlang nicht in Freie dürfen, komme das Projekt für den ÖTV nicht in Frage. Oliver Bayer vom Wiener Tierschutzverein lehnt das Projekt komplett ab: "Niemand kann wissen, ob die dauernde Lichtbestrahlung die Jungtiere nicht doch einem gewissen Stress aussetzt, der sich später negativ auf das Verhalten auswirkt." Und fair sei das Format nicht, denn auch ältere Katzen hätten ein Recht auf ein Heim.

Bleibt zu hoffen, dass die felinen Stars sich nicht nach ihrem Puppenhaus sehnen, wenn ihre Besitzer erkennen, dass die Realität mit Katzen eine andere ist als jene am Bildschirm.

"Keeping up with the Kattarshians": www.nutiminn.is/kattarshians

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