"Haus der Geschichte" wird konkreter: Roadmap für das Projekt soll bis Mai stehen

Ex-Chef der Wiener Stadtmuseen leitet Expertenteam Konzepte für Standort, Finanzierung und Zeitplan

Die Regierung hat eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, einen Fahrplan für die Errichtung eines "Hauses der Geschichte der Republik Österreich" zu erstellen. Geleitet wird das fünfköpfige Gremium von Günter Düriegl, bis 2002 Direktor der Museen der Stadt Wien und seither immer wieder von Bürgermeister Michael Häupl (S) mit Sonderaufgaben betreut. Bis Ende Mai soll die Gruppe eine "Roadmap" für konkrete Umsetzungsschritte erstellen, teilten Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und Verteidigungsminister Günther Platter (V) mit.

Ebenfalls in der Arbeitsgruppe sitzen der Grazer Historiker Stefan Karner (er gilt als Vertrauter von Kanzler Wolfgang Schüssel und wurde immer wieder als möglicher Direktor des Hauses der Geschichte genannt), der frühere ORF-Hörfunk-Intendant und Wissenschaftsjournalist Manfred Jochum, der Wiener Wirtschaftshistoriker Herbert Matis und Mario Ortner, der Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums.

Der Leiter der Arbeitsgruppe, Düriegl, war im Vorjahr als wissenschaftlicher Leiter an der Staatsvertragsausstellung "Das neue Österreich" im Belvedere beteiligt. Karner war wissenschaftlicher Leiter der Parallelausstellung "Österreich ist frei" auf der niederösterreichischen Schallaburg. Diese beiden Ausstellungen sollen den Grundstock für das Haus der Geschichte bilden.

Die fünfköpfige Expertengruppe erhält ein Büro im Palais Dietrichstein, dem Sitz des Vizekanzleramtes, und soll ein organisatorisches Konzept, Vorschläge zu Standort und Finanzierung des Museums sowie einen Zeitplan für die Umsetzung des Projekts erarbeiten.

Bildungsministerin Gehrer betont, dass das Ergebnis der Arbeitsgruppe einen "breiten Konsens im Bereich der Wissenschaft, der relevanten gesellschaftlichen Kräfte und der politischen Parteien" darstellen solle. Laut Verteidigungsminister Platter soll die Arbeitsgruppe ein Expertenkomitee vorschlagen, um die "breite Einbeziehung aller wichtigen Akteure" sicher zu stellen.

Um das "Haus der Geschichte" hatte es im Vorfeld einiges koalitions-internes Tauziehen gegeben, weil das BZÖ befürchtet hatte, das Heeresgeschichtliche Museum könnte durch ein Museum der Republik ersetzt werden. Die Opposition befürchtete wiederum die Errichtung eines "Hauses der ÖVP". Zuletzt hatte sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) für dir Errichtung des Hauses der Geschichte als zweites Museum am Standort des Heeresgeschichtlichen ausgesprochen. (apa)