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Gut Ding braucht Weile

Seit mehr als 20 Jahren geistert das Projekt "Haus der Geschichte" durch Österreich

Peter Pelinka © Bild: NEWS

Gut Ding braucht Weile, sehr gut Ding offenbar sehr viel Weile: Seit mehr als 20 Jahren geistert das Projekt "Haus der Geschichte" durch Österreich, seine Realisierung wurde von mehreren Regierungen versprochen und von zahllosen Widerständen be- und verhindert. Nun wird es unter Patronanz von Minister Josef Ostermayer, Spezialist für schwere Fälle, realisiert und zum 100.Geburtstag der Republik 2018 eröffnet. Zumindest versprechen das die "Eltern" des Hauses, der wissenschaftliche Leiter Oliver Rathkolb und Johanna Rachinger, Chefi n der Nationalbibliothek, an die das Haus organisatorisch angebunden wird. Das legt schon der geplante Ort nahe: am Heldenplatz, neben der Bibliothek, die auch um einen unterirdischen Tiefspeicher erweitert wird.

Rachinger, eben erfolgreiche Geburtshelferin des Literaturmuseums, erwartet sich "positive Synergieeffekte" für das neue Haus, dem 3.000Quadratmeter Nettoausstellungsfl äche– mit Nebenräumen viel mehr – zur Verfügung stehen werden. Auf Kosten des dann auf 3.900 Quadratmeter verkleinerten Umbaus des "Weltmuseums" in der Neuen Hofburg, bis 2012 das "Museum für Völkerkunde". Rathkolb will aus dem "Haus der Geschichte" auch eine Art Weltmuseum machen. Österreichs Entwicklung soll nicht in veralteter Schulbuchmanier isoliert dargestellt werden, sondern im Rahmen internationaler, vor allem europäischer Entwicklung. Auch nicht erst mit Beginn 1918, dem Geburtsjahr der Republik, oder mit dem Wiener Kongress 1814/1815, sondern in Zusammenhang mit der Aufklärung im Gefolge der Französischen Revolution und der bürgerlichen von 1848. "Fragen wie Globalisierung oder Migration, die uns heute so bewegen, reichen weit zurück."

Am 13.Mai tritt ein von Rathkolb gewonnener internationaler Beirat echter Kapazunder zusammen, auch die 2009 erstellte Machbarkeitsstudie von Claudia Haas fließt in die Beratungen ein, dann wird der Bau ausgeschrieben. Bereits 2017 wird ein eigenes "Haus der Geschichte" unter Federführung von Stefan Karner in St.Pölten eröffnet. Vielleicht ein Heimspiel für den neuen Bundespräsidenten?

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