"Haupt nicht mehr Herr der Dinge"

"Haupt nicht mehr Herr der Dinge"

Der Präsident des Hauptverbandes, Hans Sallmutter, wehrt sich heftig: "Schüssel und Riess-Passer brauchen eine Trophäe, weil ihnen eine Umfärbelung in schwarz/blau nicht gelingt, so Sallmutter.

Diese Trophäe bin ich", sagte der Gewerkschaftsfunktionär. Sallmutter sieht im Vorgehen der Regierung auch eine massive Rufschädigung seiner Person. "Natürlich war ich manchmal bestimmt im Auftreten, habe im Auftrag der Versicherten meine Stimme erhoben, aber ich bin immer dialogfähig gewesen, hatte ein gutes Gesprächsklima mit dem Sozialminister. Da war nie von Ablöse die Rede. Ich glaube, dass Haupt nicht mehr Herr der Dinge ist".

In Zukunft will sich Sallmutter verstärkt den Agenda der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) widmen, deren Vorsitzender er ist. Als Hauptverbandpräsident erhält er - gesetzlich geregelt - brutto ca. 46.000 oder 47.000 Schilling Funktionsgebühr monatlich, an einen direkten Pensionsanspruch glaubt er nicht. "So genau weiß ich das noch nicht, ich glaube aber, dass mir als Alt-Funktionär der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten ein Pensionsanpruch zustehen wird", betonte Sallmutter.

Sallmutter: "Es wurde kein Beschluss gefasst"

Sallmutter schilderte auch den Verlauf der gestrigen Hauptverbands-Sitzung: Unter dem Punkt "Allfälliges" habe der Vertreter des Sozialministeriums ihm, Sallmutter, einen Brief mit der Rechtsmeinung des Ministeriums übergeben - die Anwesenden wollten, dass dieser Brief vorgelesen wird. Was auch geschah, alle zweieinhalb Seiten. Dann wurde darüber diskutiert und das im Protokoll vermerkt - aber kein Beschluss gefasst, wie Haupt heute gemeint hat.

Sallmutter wird jetzt abwarten: "Der Minister muss uns des Amtes entheben, wir haben uns nichts zu Schulden kommen lassen". Dann kann sich Sallmutter vorstellen, dass das Hauptverbands-Präsidium die Gerichte bemühen wird. "Dieser Putsch muss im Sinne der Versicherten geklärt werden", meinte er. Sollte er Recht bekommen, will Sallmutter in seine Funktion zurückkehren. "Ich werde mich von dieser Regierung nicht mundtot machen lassen".

Oberchristl weist Haupt-Aussagen zurück

Helmut Oberchristl, der Obmann der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse und Stellvertreter Hans Sallmutters im Hauptverband, weist die Aussagen von Sozialminister Herbert Haupt im Zusammenhang mit einem angeblichen Pensionsanspruch zurück.

Es ist "absolut unverständlich", wenn Minister Haupt sagt, dass die drei Präsidiumsmitglieder im Hauptverband nur an ihren Pensionsansprüchen interessiert sind, so Oberchristl. Wie der Minister auf die Idee kommt, meine Funktion im Hauptverband würde mir einen Pensionsanspruch einbringen, ist mir nicht klar". Fest steht, so Oberchristl, dass er aus seiner jetzigen Tätigkeit im Hauptverband "keinen Anspruch auf eine Pension erwerben" werde. Minister Haupt müsse sich "da schon eine bessere Begründung einfallen lassen".