Hat Leverkusen Spiele gekauft? Verdacht gegen Ex-Manager Calmund erhärtet sich

Staatsanwaltschaft: Kicker für 580.000 € geschmiert? Angeblich 1860-Spieler im Abstiegskampf bestochen

Hat Leverkusen Spiele gekauft? Verdacht gegen Ex-Manager Calmund erhärtet sich

Die Staatsanwaltschaft Köln hat mit Ermittlungen gegen den ehemaligen Leverkusen-Manager Reiner Calmund begonnen. Er wird der Untreue im Zusammenhang mit ungeklärten Bargeldzahlungen in einer Höhe von 580.000 Euro verdächtigt. "Wir haben ernst zunehmende Hinweise erhalten, wonach die 580.000 Euro nicht wie von Herrn Calmund angegeben als Option auf künftige Spielereinkäufe eingesetzt wurden, sondern um Spieler zu schmieren", hatte der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld mitgeteilt.

Mit dem Geld könnten nach bisherigem Ermittlungsstand Fußballspieler eines Bundesligaklubs bestochen worden sein. Feld zufolge wird außer gegen Calmund auch gegen einen Spielerberater ermittelt. Es sollten mehrere Personen vernommen werden, kündigte er an.

Der "Spiegel" hatte berichtet, Calmund habe in Gegenwart hochrangiger Werksvertreter von Bayer mehrfach von Spielmanipulationen gesprochen. Dies dokumentiere eine zwölfseitige Stellungnahme, die ein Anwalt der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH am 9. März der Kölner Staatsanwaltschaft zugestellt habe. Dem Bericht zufolge geht es in der Stellungnahme auch um eine Summe von 580.000 Euro, die einem Spielerberater im Zusammenhang mit Manipulationen gezahlt worden sein könnte.

Kicker von 1860 München bestochen?
Das Magazin schrieb, der Spielerberater habe von den 580.000 Euro 500.000 an drei Spieler des Vereins TSV 1860 München auszahlen wollen. Nachdem Bayer das für den Bundesliga-Verbleib des Teams wichtige Spiel am 33. Spieltag der Saison 2002/03 gegen 1860 dann tatsächlich gewonnen habe, soll Calmund die Auszahlung an den Spielerberater veranlasst haben.

Keine Manipulationen hat es nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Saison 2002/2003 bei der Partie der Leverkusener gegen Arminia Bielefeld gegeben.

Dagegen gebe es ernst zu nehmende Hinweise, dass es bei einer anderen Begegnung in der Saison, in der Bayer um den Klassenverbleib bangen musste, zu Manipulationen gekommen sein könnte. "Da geht es über ein Gerücht hinaus, es gibt einen Anfangsverdacht", betonte Feld. Calmund hat alle Manipulationsvorwürfe zurückgewiesen.

(apa/red)