"Harvey" von

Weißes Haus will sechs Milliarden Notfallhilfe

Erster Teil eines großen Hilfspaketes

"Harvey" - Weißes Haus will sechs Milliarden Notfallhilfe © Bild: NICHOLAS KAMM / AFP

Die Opfer von Sturm "Harvey" sollen schnelle Hilfe bekommen. Präsident Trump beantragte dafür 6 Milliarden Dollar.

Nach den schweren Verwüstungen durch Sturm "Harvey" im Süden der USA könnte die Regierung von Präsident Trump nach einem Medienbericht knapp sechs Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) an Hilfsgeldern freigeben. Wie die "Washington Post" am Donnerstagabend (Ortszeit) meldete, seien das Weiße Haus und der Kongress darüber im Gespräch. Präsident Donald Trump könnte demnach schon am Freitag einen solchen Antrag stellen.

Konkret solle der ausgeschöpfte Katastrophenhilfefonds der Katastrophenschutzbehörde Fema 5,5 Milliarden erhalten, weitere 450 Millionen könnte die für Kleinunternehmen zuständige Behörde SBA für Notfallkredite erhalten. Trump hatte den Opfern in Texas rasche Hilfe versprochen. Die 6 Milliarden wären nach dem Bericht nur ein erster Teil eines großen Hilfspaketes aus Washington.

"Harvey" könnte nach ersten Schätzungen zur teuersten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA werden. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte bereits am Mittwoch erklärt, er erwarte alleine Kosten für die Nothilfe der Bundesregierung von weit mehr als 100 Milliarden Dollar.

Weiterhin dramatische Rettungsaktionen in US-Überschwemmungsgebieten

Auch knapp eine Woche nach Beginn der Überschwemmungskatastrophe von Texas sind die Einsatzkräfte weiter mit dramatischen Szenen konfrontiert. Am Donnerstag halfen Militärhubschrauber bei der Evakuierung eines Krankenhauses in der überfluteten Stadt Beaumont. Sorge lösten auch Explosionen in einer Chemiefabrik aus. US-Vizepräsident Mike Pence versprach bei einem Besuch in der Unglücksregion langfristige Hilfe beim Wiederaufbau. Präsident Donald Trump will eine Million Dollar aus seinem Privatvermögen spenden.

»Wir dachten, es wäre okay, aber wir haben uns geirrt«

Die Leitung des Krankenhauses in Beaumont erklärte, wegen des Zusammenbruchs der Wasserversorgung in der Stadt müsse die Einrichtung evakuiert werden. Mit Black-Hawk-Hubschraubern der Armee und Rettungshubschraubern wurden zunächst Patienten der Intensivstation abtransportiert. Mehrere Patienten waren angesichts des ansteigenden Wassers bereits auf das Dach des Krankenhauses geflohen und wurden nach Angaben einer Sprecherin ebenfalls von den Hubschaubern gerettet.

Insgesamt waren tausende Helfer weiter mit der Bergung von Menschen beschäftigt, darunter in der Stadt Orange an der Grenze zu Louisiana. Dort galt eine Evakuierungsanordnung, der manche Bewohner jedoch nicht Folge leisteten. "Wir dachten, es wäre okay, aber wir haben uns geirrt", sagte Lonnie Givens, der schließlich mit seiner Frau Missy in einem überschwemmten Haus ohne Strom zurückblieb. Das Ehepaar brachte sich auf seinem Pickup-Wagen in Sicherheit.

Trump will aus seinem Privatvermögen spenden

Polizisten und Feuerwehrleute gingen in den Überschwemmungsgebieten von Texas und Louisiana von Tür zu Tür, um nachzusehen, ob Bewohner vergessen wurden. Vielerorts mussten Menschen tagelang ohne Vorräte in oder auf ihren Häusern ausharren. Die Rettungskräfte rechneten damit, weitere Todesopfer zu finden. Bis zum Donnerstag wurden mindestens 38 Tote im Zusammenhang mit "Harvey" gezählt.

"Wir sind noch immer im Antwortmodus, und das bedeutet Lebensrettung", sagte der Nationale Sicherheitsberater Tom Bossert in Washington. "Es gibt noch immer Menschen, die hüfthoch im Wasser stehen." Nach Schätzungen dürften rund 100.000 Haushalte von "Harvey" betroffen sein, sagte Bossert. Viele von ihnen seien gar nicht oder unzureichend versichert.

Trump will laut seiner Sprecherin Sarah Sanders eine Million Dollar (850.000 Euro) aus seinem Privatvermögen für Hilfen nach dem Sturm "Harvey" spenden. Der Präsident wolle den Menschen in den schwer getroffenen Bundesstaaten Texas und Louisiana helfen. Am Samstag will Trump die Katastrophenregion zum zweiten Mal besuchen.

Kommentare