Spitzentöne von

Hartmann, wieder auf der Piste

Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS

Dass sich Theater in "Echtzeit" zuträgt, ist an sich Voraussetzung dieser Kunstform. Aber so, wie man es am 3. und am 4. September im Salzburger Landestheater erleben kann, war es selten: Schillers Revolutionsdrama "Die Räuber" wird da auf der Bühne und mittels zeitgleich entstehender Filmsequenzen aufgeführt. Produzent ist der Sender Servus TV, der das Resultat am 4. September um 20.15 Uhr überträgt. Das vielleicht Interessanteste an der Produktion aber ist der Regisseur: Der entlassene Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann, heute in Führungsposition beim Mateschitz-Sender, geht mit dem gut besetzten Schiller anschließend auf Tournee, die im Oktober auch ans Wiener Volkstheater führt. Es gibt für beide Salzburger Abende noch reichlich Karten, deren Erwerb gewiss lohnt.

Denn Hartmann ist zwar fraglos kein angenehmer Mensch. Er ist maßlos und hochfahrend, ein Talent in der Mobilisierung von Kränkung und Abneigung. Viele Feinde – unter ihnen auch frühere Freunde aus besten Schriftsteller- und Schauspielerkreisen – verfolgen mit Begier die staatsanwaltlichen Ermittlungen zum Burgtheaterskandal. Aber Hartmann ist vor allem ein wirkungssicherer, handwerklich erstklassiger Regisseur. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er Salzburg und Wien bald nicht mehr als sein eigener Produzent heimsuchen muss.

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