Harter Kern will in Linzer Hörsaal bleiben:
Wiener Studenten als Verstärkung nach Linz

Minister Hahn sagt Besuch an der Uni-Innsbruck ab Nationaler Streiktag für nächste Woche ist in Planung<br>PLUS: Treffen mit Hahn hat kein Ergebnis gebracht

Harter Kern will in Linzer Hörsaal bleiben:
Wiener Studenten als Verstärkung nach Linz © Bild: APA/Rubra

Die Besetzung des Hörsaal 1 in der Linzer Johannes-Kepler-Uni (JKU) soll nun offenbar doch weitergehen. Ein harter Kern will bleiben und soll durch Studenten aus Wien Verstärkung bekommen. Unterstützung für die Proteste kam von der Arbeiterkammer Oberösterreich und den Grünen. Die Besetzer orten zunehmende Solidarisierung durch weitere Studenten und einige Professoren.

Ein harter Kern von rund 25 Leuten hat die Nacht im Hörsaal verbracht. Die kommenden Tage und Nächte wollen rund zehn Studenten ausharren. "Übers Wochenende müssen wir den Hörsaal ja nicht verteidigen, deshalb kommt man auch mit zehn Leuten aus", so eine Sprecherin gegenüber. Man sei jedenfalls bereit zu kämpfen. Was konkret erreicht werden soll, damit der Raum wieder freigegeben wird, soll über das Wochenende ausgearbeitet werden.

Streiktag
Fix sei aber, dass nächste Woche ein nationaler Streiktag stattfinden soll. Dieser soll in Absprache mit Studenten in Wien parallel dazu auch in Linz abgehalten werden. Seit Dienstagmittag ist der Hörsaal 1 der Uni in Hand von Studenten. Nach Angaben der Organisatoren hätten rund 300 Studierende die Besetzung aus Solidarität mit den protestierenden Studenten in anderen Stätten Österreichs beschlossen. Ein Gespräch mit dem Vizerektor für Lehre der JKU, Herbert Kalb, habe nichts gebracht, meinten die Besetzer und blockierten den Hörsaal.

Hahn am Zug
Bundeskanzler Faymann bekräftigte im Ö1-"Morgenjournal", dass nun Wissenschaftsminister Hahn am Zug sei, mit den Studenten zu verhandeln. Wenn notwendig, werde er natürlich eingreifen.

Besuch an Uni-Innsbruck abgesagt
Unterdessen hat Wissenschaftsminister Johannes Hahn seinen Besuch anlässlich der Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek in Innsbruck kurzfristig abgesagt. Wie es aus dem Büro von Hahn hieß, habe es "Terminschwierigkeiten" gegeben. Dem Minister tue es leid, dass er seinen Tirol-Tag so kurzfristig absagen habe müssen. Hahn habe keine Berührungsängste mit den Studenten-Protesten, wie sein Termin auf der Boku zeige, hieß es.

Vom Nichterscheinen des Wissenschaftsministers Johannes Hahn zeigten sich die Organisatoren enttäuscht. "Es spricht aber für sich, wenn jemand nicht für seine Arbeit gerade stehen möchte", sagte der designierte ÖH-Vorsitzende Florian Ritter (AG). Die Verantwortlichen der ÖH würden jedenfalls das Gespräch mit dem Rektor suchen.

Der größte Hörsaal an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Sowi) der Universität Innsbruck ist auch weiterhin studentisches Hoheitsgebiet. Rund 50 Aktivisten harrten in der Aula aus und prolongierten die Protestaktion gegen die "Missstände in der Hochschulbildung". "Wir hoffen, dass es im Laufe des Tages wieder mehr werden", sagte der Sprecher der Streikorganisatoren.
(apa/red)