Harry Potter lässt grüßen: Amerikanische & britische Forscher entwickeln Tarnumhang

Objekte werden dadurch unsichtbar für Mikrowellen Streitkräfte bekunden schon vorab großes Interesse

Was für den Zauberschüler Harry Potter schon lange Normalität ist, wollen amerikanische und britische Wissenschafter jetzt auch für die reale Welt nutzbar machen: Der von ihnen entwickelte Tarnumhang ist zwar noch nicht perfekt, kann aber schon einen Kupfer-Zylinder halbwegs unsichtbar machen. In ihren Experimenten verwenden die Forscher Mikrowellen, um den Zylinder zu entdecken. Und was man vor Mikrowellen verstecken kann, das kann man auch vor Radarstrahlen verstecken - eine Möglichkeit, die vor allem die Streitkräfte interessiert.

Die Wissenschafter leiteten in ihren Experimenten die Mikrowellenstrahlung um den Kupfer-Zylinder herum wie Wasser, das in einem gewaltigen Strom um einen Stein herumfließt. Erst kürzlich hatten der Studienleiter David Schurig und seine Kollegen erstmals von dieser Möglichkeit gesprochen. Fünf Monate später melden sie bereits erste Erfolge in einem Aufsatz für das US-Wissenschaftsmagazin "Science.

"Wir haben schnell gearbeitet", sagte Mitautor David Smith. "Und das führte zu einem Tarnmantel, der nicht optimal ist. Wir wissen, wie wir einen viel besseren herstellen können." Der erste Umhang arbeite nur in zwei Dimensionen und werfe noch einen leichten Schatten, räumte Smith ein. Schurig sprach von einer großen Herausforderung, die Tarnung weiterzuentwickeln. Bisher gelang es, den Kupferzylinder vor den Mikrowellenstrahlen zu verstecken, das heißt, wer die Strahlen misst, kann nicht erkennen, dass sie ein Objekt passiert haben.

Die Forschungsarbeit stellt die Weichen für einen Tarnumhang, der Menschen und Objekte auch für das normale Licht unsichtbar machen kann. Ein Betrachter kann Dinge sehen, weil die Objekte das auf sie treffende Licht streuen und teilweise zurückwerfen. "Der Tarnmantel reduziert sowohl die Reflexionen eines Objekts als auch seinen Schatten", erklärte Smith. Wenn Wasser um einen Stein fließe, sammele es sich hinter dem Stein wieder. Ein Betrachter flussabwärts könne daher nichts von dem Stein sehen. "Dieses erste Experiment hat die Bestätigung dafür geliefert, dass der Mechanismus des Tarnens funktioniert", sagte Smith. "Wir müssen nur die Ausführung verbessern."
(APA/red)