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Der Stuttgart-Legionär als einzige Spitze? Oder doch auf der Außenbahn?

Martin Harnik beim Training mit dem ÖFB-Nationalteam. © Bild: APA/Jaeger

Wo Martin Harnik in der WM-Qualifikation gegen Deutschland auflaufen wird, ist wenige Tage vor dem Duell mit unseren Nachbarn noch eine offene Frage. Der Stuttgart-Legionär könnte wie bei seinem Verein auf dem rechten Flügel oder wie zuletzt im Länderspiel gegen die Türkei als einzige echte Spitze eingesetzt werden. "Grundsätzlich glaube ich, dass der Teamchef mit mir auf der rechten Seite plant", erklärte Harnik.

Für den 25-Jährigen als klassischen Stürmer sprechen unter anderem seine Schnelligkeit und Marc Jankos fehlende Spielpraxis. Allerdings agierte Harnik zuletzt mit Ausnahme der Türkei-Partie praktisch nie an vorderster Front. "Ich kann auf beiden Positionen spielen, aber auf der rechten Seite habe ich mehr Erfahrung", sagte der Offensivspieler.

Dennoch könnte sich Harnik mit der Mittelstürmer-Rolle anfreunden. "Gegen die Türkei habe ich einen Elfmeter rausgeholt, da hat es gut funktioniert und es hat mir auch gefallen." Im Falle einer zentralen Angriffsposition wäre der 30-fache ÖFB-Internationale (8 Tore) mit neuen Herausforderungen konfrontiert. "Als Spitze zu spielen ist weniger laufintensiv, man bekommt aber mehr Bälle mit dem Rücken zum Tor und muss sich dann gegen zwei Innenverteidiger behaupten."

Vertrauen von Koller
Teamchef Marcel Koller traut Harnik zu, beide Aufgaben einwandfrei zu lösen. "Er kann verschieden Positionen spielen, Tore erzielen und ist ein wichtiger Spieler für uns, der internationale Erfahrung hat", sagte der Schweizer über den U20-WM-Vierten von 2007, der als Sohn einer Deutschen und eines Österreichers in Hamburg zur Welt kam und aufwuchs.

Deshalb hat das Deutschland-Spiel für Harnik eine besondere Bedeutung. "Aber dieses Match ist nicht nur für mich, sondern für jeden Spieler sehr emotional. Es gibt keine größere Rivalität als gegen Deutschland, da gibt es keinen von uns, den dieses Spiel nicht kitzelt."

"Spiel ist das Highlight"
Die Aussicht auf das Duell mit seiner (Wahl-)Heimat lässt auch die Schmerzen nach dem "Eisenbahner" gegen die Bayern schneller vergehen. "Ich spüre die Blessur noch ein bisschen, aber das Match ist in keinster Weise in Gefahr", sagte Harnik, der am Donnerstag voll ins Mannschaftstraining einsteigt. "Dieses Spiel ist das absolute Highlight in der Qualifikation, das möchte natürlich keiner verpassen."

Die leichte Krisenstimmung beim Gegner nach den jüngsten Niederlagen gegen Italien und Argentinien wollte Harnik nicht überbewerten. "Die Deutschen sind derzeit mit sich selbst beschäftigt, aber man darf sie nicht schlechter reden, als sie sind. Wir wissen, dass eine bärenstarke Mannschaft auf uns zukommt."

Österreich gehe als klarer Außenseiter in die Partie, betonte der 25-Jährige. "Wir wissen über die Rollenverteilung bescheid. Jeder von uns glaubt an die Chance und will sie nutzen, aber jeder weiß, dass die wichtigen Punkte in der Qualifikation gegen andere Teams gesammelt werden müssen."

Respekt vor Österreich wächst
In allen vier Aufeinandertreffen mit Deutschland seit Februar 2008 kam Harnik zum Einsatz - noch nie aber spürte er in Deutschland vor einem Spiel gegen die ÖFB-Auswahl so großen Respekt. "Der hat durch die Leistungen der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga zugenommen. Österreichische Spieler haben in Deutschland mittlerweile einen hohen Stellenwert."

Den Respekt erarbeitete sich das Team auch durch drei Siege und ein Remis in den jüngsten vier Partien. "Die guten Resultate sind die Früchte unserer Arbeit. Und wir haben mit Marcel Koller einen Trainer, der unsere Stärken gut zusammenführt. So etwas muss sich auch in Ergebnissen niederschlagen."

Weniger erfreulich waren für Harnik zuletzt die Ergebnisse mit Stuttgart. In den ersten beiden Runden setzte es eine 0:1-Heimniederlage gegen Wolfsburg und eine 1:6-Ohrfeige beim FC Bayern. "Die Art und Weise, wie wir in München verloren haben, war eine Schande. Wir hätten uns den Start anders vorgestellt, aber wir sind nur sechs Punkte vom Tabellenführer entfernt", scherzte Harnik.

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